Nachdem das MSI X370 XPower Gaming Titanium, welches klar dem High-End Segment zuzuordnen ist, unter die Lupe genommen wurde, folgt nun ein Testkandidat welcher eher am anderen Ende der Ryzen-Mainboards anzutreffen ist. Das ASUS Prime B350-Plus nutzt den AMD B350 Chipsatz, welcher zwar etwas abgespeckt ist, aber zum Beispiel auch das Übertakten des verbauten Prozessors ermöglicht. Die weiteren Features des Mainboards fallen zwar auch etwas geringer aus, dürften aber eine sehr ordentliche Basis für ein Gaming-System mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis ermöglichen. Wir haben der Platine auf den Zahn gefühlt.
Wie erwähnt setzt das ASUS Prime B350-Plus auf den AMD B350 Chipsatz, was wiederum eine Premiere für unser Testsystem darstellt. Der Chipsatz ist im Gegensatz zum X370 etwas beschnitten worden. Wir klären die genaueren Unterschiede auf der folgenden Seite. Das Hauptaugenmerk soll aber nicht auf dem verwendeten Chipsatz liegen, sondern auf der Platine. Da das ASUS Mainboard eine große Beliebtheit genießt und wird des Öfteren als Basis eines Ryzen Gaming Systems empfohlen. Rein optisch könnte man schon sagen, dass das ASUS Prime B350-Plus ein an Gamer gerichtetes Mainboard ist. Zwar versucht es nicht mit wilden LED Orgien aufzufallen, jedoch sind die vielen roten Farbakzente mittlerweile typisch für Gaming-Rigs.
Man könnte sagen, dass ASUS das ATX Mainboard mit allen, aktuell wichtigen Features für einen Gamer ausgestattet hat, dabei aber auf unnötige, den Preis steigernde Elemente verzichtet hat. Gerade das macht die Platine so interessant.
Lieferumfang
Alleine des Preises wegen, sollte man nicht allzu viel Umfang erwarten. Dem Mainboard liegen lediglich zwei SATA-Kabel, die I/O-Blende aus Edelstahl, Schrauben zur M.2 Montage sowie Handbuch und Treiber-CD bei. Das war es dann auch schon wieder.
Die Spezifikationen
Der Hersteller bewirbt das Prime B350-Plus mit einer sehr guten Betriebsstabilität. Diese soll durch verschiedene Features wie SafeSlot Core, Surge-Protected Networking, Overvoltage Protection sowie der hochwertigen Spannungsversorgung erreicht werden, welche unter ASUS 5X Protection III zusammengefasst werden. Als weitere spezielle ASUS Ausstattung sind das Q-Design, CrashFree BIOS 3 sowie EZ Flash 3 und Fan Xpert 2+ zu nennen. Zudem nutzt die Platine viele Vorteile der AMD Ryzen Plattform.
Viele schnelle USB- sowie Datenspeicher-Anschlüsse sind die Folge. Konkret hat das Board bereits acht USB Buchsen am I/O Panel vorrätig, was durch die Header noch einmal um sechs erhöht werden können. Für Datenspeicher stehen ein M.2 Steckplatz sowie sechs SATA3 Anschlüsse parat. Für die Netzwerkanbindung und die Audioausgabe vertraut man auf Chipsätze von Realtek. Alle Daten können der folgenden Tabelle ausführlich entnommen werden.
ASUS Prime B350-Plus - im Überblick | |
---|---|
Mainboard-Format | ATX |
Bezeichnung | ASUS Prime B350-Plus |
Sockel | PGA AM4 |
Preis | ~ 85€ |
Hersteller-Homepage | www.ASUS.de |
Chipsatz-Eckdaten | |
Chipsatz | AMD B350 Chipsatz |
Speicherbänke und Typ | 4x DDR4 Ryzen bis zu 3200MHz (OC) - Dual Channel 4x DDR4 Athlon- / A-Serie bis zu 2400MHz - Dual Channel |
Arbeitsspeicher (RAM) | max. 64 GB |
SLI / CrossFire | 2-Way AMD-CrossFire |
Phasen | 4 + 2 Phasen (CPU + SoC) |
Stromanschlüsse | 1x 8-PIN 1x 24-PIN-ATX |
Features-Keyfacts | |
PCI-Express | 1x PCIe 3.0 x16 (x16 mit Ryzen) (x8 mit Athlon-/ A-Serie) 1x PCIe 2.0 x16 (elektrisch x4) 2x PCIe 2.0 x1 |
PCI | 2x |
Serial-ATA-, SAS- und ATA-Controller | 6x SATA 6G 1x M.2 x4 Gen 3.0 und SATA - 2242, 2260, 2280, 22110 |
RAID | RAID 0, 1, 10 mit SATA Datenspeichern |
USB | 2x USB 3.1 Gen2 (2x I/O-Panel) 4x USB 3.1 Gen1 (2x I/O-Panel 2x über Front-Header) 8x USB 2.0 (4x I/O-Panel 4x über Front-Header) |
Grafikschnittstellen | 1x HDMI 1x DVI 1x VGA |
Thunderbolt | - |
LAN | Realtek 8111H Gigabit LAN Controller |
Audio | Realtek ALC 887-VD2 Analog-out (3,5mm Klinke) |
Sonstiges | ▪ ASUS 5X Protection III ▪ FanExpert 2+ ▪ RGB-Header ▪ EZ Flash 3 ▪ AI Suite 3 |
Der AMD B350 Chipsatz
Beim Preview des ASUS X399 ROG Zenith Extreme, als auch beim MSI X370 XPower Gaming Titamnium haben wir die Top-Chipsätze von AMD und Intel verglichen. Auch ein Vergleich mit den jeweiligen Vorgängern hatten wir angeboten. Dies soll im folgenden auch noch einmal mit den jeweils eine Nummer kleineren Chipsätzen geschehen.
Nicht nur was die reine Leistung der neuen AMD Ryzen Prozessoren angeht konnte der Hersteller wieder Anschluss finden. Denn auch bei den Anschlüssen und Anbindungen, musste AMD einiges aufholen. Da die Chipsätze für den Sockel AM3+ und FM2+ eigentlich nur Updates der vorherigen Sockel entsprachen, waren die Standards für z. B. USB und PCIe teilweise überholt und konnten nicht nativ ausgeführt werden. Dadurch hatte man nicht nur bei der CPU Leistungseinbußen, sondern auch bei der Übertragungsrate der Datenspeicher oder auch Steckkarten. Zudem handelt es sich bei der AM4 Plattform nun auch um die erste von AMD, welche DDR4 verwendet. Auch galt es als Ziel, die beiden vorrangegangenen Plattformen in einen Sockel zu vereinen, also eine alleinige Basis für beide CPU Varianten, mit und ohne IGP, zu schaffen. Die konkreten Unterschiede der Chipsätze bzw. Sockel liefert die folgende Tabelle.
Plattform | AM4 | AM3+ | FM2+ |
---|---|---|---|
Chipsatz | B350 | 970 | A78 |
Speicher | DDR4 | DDR3 | DDR3 |
PCIe x16 | Gen 3.0 | Gen 2.0 | Gen 3.0 |
Weitere PCIe Lanes (CPU/Chipsatz) | 4x Gen 3.0 / 6x Gen 2.0 | 0 / 4x Gen 2.0 | 0 / 4x Gen 2.0 |
Video Ausgänge | maximal drei | N/A | maximal drei |
SATA maximal (CPU/Chipsatz) | 6 (2/4) | 6 (0/6) | 6 (0/8) |
USB 3.1 Gen2 | 2 | N/A | N/A |
USB 3.1 Gen1 | 6 (4/2) | 0 | 4 (0/4) |
USB 2.0 | 6 | 14 | 10 |
AMD CrossFire / Nvidia SLI | - / - | 2-Way / 2-Way | 2-Way / - |
Wie man unschwer erkennen kann, dürften theoretisch alle Verbindung einen Leistungsschub erhalten, da viele Anschlüsse wie USB 3.1 oder SATA direkt an die CPU angebunden werden können. Vor allem auch bei PCIe-Datenträgern kann man ein Performance-Plus erwarten. Denn von den 24 PCIe Gen 3.0 Lanes werden 16 für die Grafikkarten bzw. x16 Slots reserviert und vier Lanes für die Anbindung des B350. Die übrigen vier können wahlweise als PCIe x2 und 2 SATA Anschlüsse oder aber als PCIe x4 ausgelegt werden. Somit kann theoretisch eine NVMe-PCIe-SSD ihre ganze Power ausspielen, ohne dabei den Umweg über den Chipsatz gehen zu müssen.
Bei der Bestückung bzw. den Anschlüssen gilt es also immer genau hinzuschauen, da den Herstellern der Mainboards sozusagen etwas Freiheiten gegeben werden. So kann es sein, dass mechanisch gleiche Anschlüsse elektrisch nicht identisch angesteuert werden. Nach dem Vergleich mit den alten AMD Plattformen, wollen wir auch noch den Vergleich mit der aktuellen Intel Plattform bzw. dem Intel B250 des Mainstream-Sockels 1511 anstellen. Auch wenn Intel noch dieses Jahr die neuen Intel Coffee Lake Prozessoren auf den Markt entlässt, welche wohl nicht mit den alten Chipsätzen kompatibel sind, so wird es noch etwas Zeit dauern, bis ein Nachfolger des B250 parat steht.
Plattform | AMD AM4 | Intel 1511 |
---|---|---|
Chipsatz | B350 | B250 |
Speicher | DDR4 | DDR3 / DDR4 |
PCIe x16 | Gen 3.0 | Gen 3.0 |
Weitere PCIe Lanes (CPU/ Chipsatz) | 4x Gen 3.0 / 6x Gen 2.0 | 0 / 12x Gen 3.0 |
Video Ausgänge | maximal drei | maximal drei |
SATA maximal (CPU / Chipsatz) | 6 (2/4) | 6 (0/6) |
USB 3.1 Gen2 | 2 | N/A |
USB 3.1 Gen1 (CPU/Chipsatz) | 6 (4/2) | 6 (0/6) |
USB 2.0 | 6 | 6 |
AMD CrossFire / Nvidia SLI | - / - | 2-Way / - |
Wie man sieht, kann AMD also auch bei der Konnektivität zugelegt. Zwar liefert der Chipsatz nicht so viele und schnelle Lanes, jedoch lassen sich Datenträger über PCIe Gen 3.0, SATA oder USB 3.1 Gen1 direkt an die CPU hängen und man umgeht damit etwaige Engpässe über die Anbindung des Chipsatzes. Das folgende Diagramm zeigt, wie ASUS die Möglichkeiten der CPU und des Chipsatzes auf dem ASUS Prime B350-Plus ausgenutzt hat.
Wie man sieht, geht ASUS den weg, beide Datenträger-Optionen der CPU anzubieten, dass heißt, neben dem M.2 Slot mit SATA3 und PCI x4 Unterstützung, werden auch zwei SATA3 Anschlüsse direkt angebunden. Gleichzeitig können diese aber nicht im vollen Umfang. Die folgende Tabelle zeigt, in welcher Kombination der M.2 Steckplatz und die SATA Anschlüsse betrieben werden können. Diese gilt jedoch nur in Verbindung mit einer Ryzen CPU. Mit einem Athlon oder A-Serie Prozessor sieht das ganze noch einmal anders aus.
M.2 | PCIe x4 Mode | PCIe x2 Mode | SATA Mode |
SATA5 | x | √ | x |
SATA6 | x | √ | x |
Bei den PCIe Steckplätzen verhält es sich ähnlich. Auch hier werden Lanes geteilt, wodurch nicht immer alle nutzbar sind. Auch hier zeigt die Tabelle, welche Kombinationen möglich sind.
Slot | Auto Mode | x4 Mode | x2 Mode | |
PCIe x16_2 | x4 | x2 | x4 | x2 |
PCIe x1_1 | x0 | x1 | x0 | x1 |
PCIe x1_2 | x0 | x1 | x0 | x1 |
Detailansicht / Features I
ASUS hat beim Prime B350-Plus trotz der preislichen Ausrichtung das Design nicht ignoriert oder ausgeklammert. Zwar werden keine Kunststoffverblendungen für den I/O-Port oder aufwendige Kühlkörper verbaut, jedoch sorgt der Hersteller mit dem Farbdesign für optische Akzente. Das PCB ist eigentlich schwarz und wurde mit einem roten Muster versehen, welches teilweise Leiterbahnen imitieren und eine Art Kreuz über den Sockel bildet. Durch das verwendete Farbschema kann aber auch gut ein farblich abgestimmtes System aufgebaut werden, da Rot immer noch eine häufig verwendete Farbe für Hardware ist.
Rein Optisch unterscheidet sich das Prime B350-Plus kaum vom Prime X370-A und dem kleineren Prime B350M-E. Die anderen ASUS Prime Mainboards des Sockel AM4 sind in der Farbkombination Schwarz-Weiß gehalten. Ähnlich hat das der Hersteller auch bei den anderen Sockeln umgesetzt. Was erst bei näherer Betrachtung auffällt, ist, dass ASUS scheinbar alle Features des Mainboards in roter Schrift auf dem gesamten PCM verteilt hat. Die Stellen sind dabei nicht unbedingt gleichbedeutend mit der Lage der Funktion oder des Anschlusses. Der Sockel mit den 1331 „Löchern“ stammt auch beim Prime B350-Plus von Foxconn. Auch die Kühlerhalter und die Backplate scheinen identisch zu denen des MSI X370 XPower Gaming Titanium zu sein. Bei der nächsten Platine werden wir wohl diesbezüglich noch sicherer sein können.
Wie üblich, wurde auch hier die Spannungsversorgung um den Sockel drapiert. ASUS hat die Spannungswandler mit Aluminium-Kühlkörpern versehen, welche sich farblich ins Gesamtkonzept einfügen. Auch die Position des 8-Pin CPU-Stromsteckers ist eher als normal zu betrachten. Man sieht aber hier bereits, dass der obere Kühler sehr nah liegt, was eine Installation im eingebauten Zustand erschwert.
Dem schwarz-roten Farbschema entziehen sich auf der Platine nur wenige Komponenten. Betroffen sind davon nur der mit 16 Lanes angebundene PCIe Slot sowie die beiden primären Ram-Slots. Gemein haben die beiden PCIe x16 Slots jedoch, dass der Verschluss durchsichtig ist und die darunter befindliche rote LED diesen zum Leuchten bringt. Zusätzlich haben diese beiden Steckplätze und die Ram-Steckplätze den ASUS SafeSlot Core. Dieses nicht sichtbare Feature soll die Steckplätze vor mechanischen Beschädigungen schützen, indem die Verbindung zum Mainboard durch massivere Metallstifte erfolgt. Der große IC zwischen den Slots ermöglicht es erst, dass auf der aktuellen AM4 Platine noch die angestaubten PCI Steckplätze vorzufinden sind. Dabei handelt es sich um den AsMedia ASM1083, welcher zwischen PCIe und PCI die Brücke herstellt.
Für Datenspeicher steht unter anderem ein M.2 Slot parat, welcher sich direkt oberhalb des PCIe x16 Steckplatzes befindet. Rein theoretisch wäre es somit auch möglich, das Laufwerk zu wechseln, wenn eine Grafikkarte verbaut ist. Weiterhin sind auf der Platine sechs SATA-III Anschlüsse vorzufinden. Zwei davon sind nach rechts gewinkelt, wohingegen die anderen vier etwas weiter unten in gerader Ausführung vorhanden sind. Bei den gesonderten handelt es sich um diejenigen, welche sich die Lanes mit dem M.2 Slot teilen. Wird dieser im SATA Mode verwendet, haben die beiden gesonderten keine Funktion.
Als weitere interne Anschlüsse findet man auf der Platine drei Lüfteranschlüsse, wovon einer für die CPU bestimmt (weiß) ist. Diese können entweder per PWM oder Spannung die Drehzahl der jeweiligen Lüfter regulieren. Hier kommt auch der ASUS FanExpert 2+ zum Einsatz. In der Nähe des Sockels ist ein RGB-Header vorhanden, sodass man beleuchtete RGB-Kühler oder Lüfter über die Mainboard-Software steuern kann. Weiterhin sind am unteren Rand zwei USB 2.0 und ein 3.1 (Gen.1) Front-Header vorhanden, sodass man entweder intern Geräte anschließen kann oder aber auch über das Gehäuse-Frontpanel anschließen kann. USB 3.1 Gen.2 wird leider nicht für die Front angeboten. Dies ist aber auch in der Regel den höherpreisigen Brettern vorbehalten.
Das I/O-Panel stellt wie bereits erwähnt einige USB-Anschlüsse bereit. Beginnt man von links, so findet man zunächst zwei USB 2.0 Buchsen vor. Darüber befindet sich ein kombinierter PS/2 Port. Daran an schließen sich die Anschlüsse für den Bildausgang, insofern man eine CPU mit integrierter Grafikkarte verbaut hat. Neben einem HDMI Anschluss, sind mit VGA und DVI auch zwei eher ältere Schnittstellen vorhanden. Während der DVI einfach realisiert werden kann, musste ASUS für den VGA einen Wandler verbauen (Realtek RTD2166).
Danach folgen zwei USB 3.1 Gen1, zwei USB 3.1 Gen2 und wieder zwei USB 3.1 Gen1. Über den letzten beiden ist der Ethernet Anschluss angeordnet, welcher vom Realtek 8111H realisiert wird. Zuletzt sind noch drei Klinke Anschlüsse vorhanden, welche vom Realtek ALC 887 angesteuert werden. Um hier etwas aufzustocken, ist auf der Platine ist noch ein Header für die Front sowie für einen S/PDIF Header vorhanden.
Detailansichten ohne Verkleidungen
Auch wenn das ASUS Prime B350-Plus nicht viele Verblendungen oder Kühlkörper verbaut hat, wollen wir den Blick auf die nackte Platine nicht verwehren. So kann man sich zumindest bezüglich der Spannungsversorgung einen noch besseren Blick verschaffen. Die Steuerung der Phasen konnte man bereits auf der vorherigen Seite gut sehen. Diese befindet sich oben rechts neben dem Kühlkörper. Es handelt es sich dabei um den ASP1106GGQW, welcher hier im 4+2 Modus operiert. Dies erkennt man beim genaueren Blick auf die Spannungswandler. Denn hier findet man links neben dem Sockel vier echte Phasen, welche sich jeweils aus highside MOSFETs (4C09B) und zwei lowside MOSFETS (4C06B) zusammensetzt.
Natürlich erkennt man dies meistens auch recht schnell an der Anzahl der Spulen. Für den SoC wurden zwei Phasen verbaut, welche sich jeweils aus zwei highside MOSFETs (4C09B) und zwei lowside MOSFETs (4C06B) zusammensetzen. Diese befinden sich samt Spulen oberhalb des Sockels. Für ein Board mit B350 Chipsatz ist die Spannungsvertsorgung damit auf einem hohen Niveau wiederzufinden, bzw. könnte sie sogar die beste unter den B350 Boards sein.
Bei der Audio-Verarbeitung wurde auch etwas kostengünstiger agiert. Insgesamt wirkt die gesamte Sektion etwas karg. Wie man sieht, nimmt ASUS allerdings auch eine Trennung zwischen der Audio-Region sowie dem Rest auf dem PCB vor. Die gelb wirkende Linie ist die besagte Trennung, welche einen Einfluss der Ströme auf dem restlichen Board auf die Audio-Wiedergabe verhindern soll. Der Spalt wird im Betrieb von unten rot durchleuchtet. Die Kondensatoren stammen von Nippon Chemicon und sind qualitativ sehr gut. Der Sparkurs wird beim Codec ersichtlich. Hier kommt der Realtek ALC887 zum Einsatz. Dieser bewältigt zwar auch ein Acht-Kanal-Interface, welches aber nur dann komplett genutzt werden kann, wenn man den Front-Audio-Anschluss hinzunimmt. Am Backpanel ist zwar auch kein S/PDIF verbaut, dieser kann aber über einen Header nachgerüstet werden.
Die Kühler sind alle lediglich mit Kunststoff Klipsen samt Feder befestigt. Dies ist hier auch ausreichend, da die Kühler weniger massiv sind, als es auf den ersten Blick scheint. Alle Kühlkörper sind aus Aluminium und schwarz eloxiert. Die Draufsicht suggeriert zwar, dass hier viel Material zum Einsatz kommt, schaut man sie sich aus einer anderen Perspektive an, wird aber bewusst, dass diese nicht sehr viel Abwärme ableiten können. Verantwortlich dafür ist aber nicht unbedingt der Sparkurs, sondern vielmehr die Sparsamkeit der MOSFETs sowie des Chipsatzes.
Testsystem im Überblick
Das gesamte Testsystem wird als offener Aufbau realisiert und durch die zu testenden Mainboards immer ergänzt. Bei der Stromversorgung wird auf ein be quiet! Dark Power Pro 11 550W gesetzt. Als CPU kommt ein AMD Ryzen R7 1700X zum Einsatz. Das in 14nm Strukturgröße gefertigte Stück Silicium verfügt über einen offenen Multiplikator und wird mit einer TDP von 95 Watt spezifiziert. Der Standardtakt beträgt 3,4 GHz und wird im Turbo-Modus auf 3,8 GHz angehoben.
Beim Arbeitsspeicher können wir auf ein 16GB Kit aus dem Hause Corsair Vengeance LPX (CMX16GXM4B3200C16) zurückgreifen. Das mit bis zu 3200MHz taktende und zugleich 16GB (4x4) Quad-Channel-Kit ist für die Mehrheit der Tests bestens geeignet. Für ein Ryzen System stellt es jedoch nicht das Optimum dar, da durch die höhere Anzahl an Speicherriegeln, der unterstützte Takt geringer ausfällt. Was das für Auswirkungen hat, erklärt der noch folgende Ryzen-Artikel. Um die reguläre Leistung des Prozessors zu gewährleisten, nutzen wir daher nur zwei Speicherriegel mit 2667MHz. Als primärer Datenträger wird die Corsair Neutron XT mit 480GB durch eine Samsung 850 Evo 250GB ersetzt. Um den M.2 Slot an seine Grenzen zu führen, wird dieser mit einer Samsung 960 Evo 250GB bestückt.
AMD AM4 Testsystem | ![]() ![]() ![]() | |
Prozessor: | AMD Ryzen R7 1700X (Retail) | |
Mainboard: | ASUS Prime B350-Plus | |
Kühlung: | Corsair Hydro Series H115i | |
RAM: | Corsair Vengeance 4x4GB (CMX16GXM4B3200C16) | |
Storage: | Samsung 960 Evo 250GB (NVMe PCIe) Samsung 850 Evo 250GB (SATA) | |
Netzteil: | be quiet! Dark Power Pro 11 550W | |
Grafikkarte: | MSI GTX 970 4GD5T OC | |
Betriebssystem: | Windows 10 x64 | |
Grafiktreiber: | 385.41 |
Kühlermontage
Wer die Kühlermontage von AMDs Sockel AM2/3 und FM1/2 kennt, wird hier wieder auf einen alten Bekannten treffen. Denn die Serienbefestigung des AMD AM4 sieht wieder die Kühlermontage per Ösen vor. Das heißt auch, dass Kühler, welche für AM2/3 und FM1/2 kompatibel sind, auch beim Sockel AM4 benutzt werden können. Um es noch einmal deutlich auszudrücken: Dies gilt nur dann, wenn bei diesen Kühlern auch die Serienbefestigung genutzt wurde. Kühler, welche verschraubt werden sind nicht unbedingt kompatibel, da der Lochabstand geringfügig verändert wurde. Einige Hersteller haben hierauf aber reagiert und bieten Umrüst-Kits an.
Wir haben hier beide Varianten demonstriert. Die originale Befestigung wird durch den Scythe Kabuto 3 ersichtlich und die verschraubte durch die Corsair Hydro Series H115i. Beim Scythe Kabzuto 3 muss man lediglich die Brücke durch den Kühler führen und die Enden dann einhaken. Die Montage des Kühlers ist hier leicht zu bewältigen, da keine großen Spannungswandlerkühler den Zugriff blockieren.
Da das ASUS Prime B350-Plus über einen RGB-Fan Header verfügt, haben wir diesen natürlich auch ausprobiert. Zum Einsatz kam auf dem montierten Scythe Kabuto 3 ein Cooler Master MasterFan Pro 120 Air Flow RGB. Beim Test des Cooler Master MasterBox Lite 5 konnte man die größeren Varianten auch bereits im Einsatz sehen. Festgehalten haben wir in diesem Bild die Standardeinstellung, welche eine rote Beleuchtung des angeschlossenen Lüfters bedeutet.
Bei der Corsair AiO mit verschraubter Montage ist ein kleiner Voreingriff nötig. Denn hier werden zunbächst die Kunststoffhalter abgeschraubt. Dazu wird glücklicherweise kein Spezialwerkzeug benötigt. Ein passender Kreutzschlitzschraubendreher sollte in jedem Haushalt aufzutreiben zu sein. Die Backplate wird jedoch weiterhin genutzt, um die Bolzen von der AiO zu verschrauben.
Anschließend kann man dann den Kühler auflegen (natürlich mit passender Halterung) und mit den Rändelmuttern festziehen.
Lüftersteuerung / Softwarepaket
Die gesamte Steuerung und Überwachung des ASUS Prime B350-Plus wurde in die AI Suite 3 Software verpackt. Somit hat man alle wichtigen Einstellungen direkt zur Hand und muss nicht zwischen verschiedenen Programmen wechseln. Der AI Suite 3 ist sehr simpel aufgebaut und lässt dennoch einige Einstellungen zu. So kann man beispielsweise nicht nur Spannungen und Frequenzen auslesen, sondern auch Änderungen vornehmen. Das folgende Bild zeigt im Überblick, welche Funktionen bei dieser Platine verfügbar sind. Unten werden zu jeder Zeit Parameter angezeigt, welche man auch ausklappen kann. Dann erhält man noch eine genauere Anzeige mit Zeit-Diagramm.
Unter DIGI+ VRM, EPU und TurboV EVO werden sozusagen Leistungsanpassungen vorgenommen. Man kann hier auch bspw. den Energieplan verwalten oder CPU-Kerne deaktivieren, falls die Leistung nicht benötigt wird.
Auch die Lüftersteuerung befindet sich im AI Suite. Mittels FanExpert 2+ können Lüfterkurven manuell angelegt werden oder man lässt die Lüfter analysieren und die Software den Rest erledigen. Der Wechsel zwischen PWM und DC-Ansteuerung der Lüfter kann auch hier vorgenommen werden. Praktisch ist auch das Anlegen von Profilen. Somit kann man für jede Situation für eine angemessene Geräuschkulisse sorgen.
Implementiert wurde auch ein Programm zum Aufräumen der Festplatte. Über ASUS EZ Update können Updates gesucht und installiert werden. Dies betrifft auch das BIOS. Wir haben das Update auf die neuste Version auch über die Funktion durchgeführt, was reibungslos klappte.
Zuguter letzt lassen sich auch die optischen Veränderungen hier treffen. Unter LED Control verbirgt sich der Schalter für die roten LEDs der Audio-Sektion sowie den LEDs an den PCIe Slots auf dem Mainboard. Man hat hier die Wahl zwischen "Aus", "Dauerhaft" und "Breathing". Mit der FAN RGB LED Control kann man den RGB-Header bedienen. Die gewünschte Farbeinstellung erhält man, indem man die drei einzelnen Farbkanäle aktiviert oder deaktiviert.
Das UEFI-BIOS
Das UEFI BIOS ist wie seit länger Zeit üblich per Maus bedienbar. Das erleichtert die zu treffenden Einstellungen erheblich. Leider funktioniert das beim vorliegenden Board nicht komplett einwandfrei. Denn die Pfeile zur Rücknavigation funktionieren in keinem Reiter. Um eine Seite zurückzugehen, muss man die Escape Taste der Tastatur nutzen. Ob dieses Problem nur in der aktuellsten BIOS Version vorliegt oder aber auch schon vorher akut war, wissen wir nicht. Beim nächsten Update könnte dieser Mangel auch bereits Geschichte sein.
Schauen wir uns also zunächst die Übertaktungseigenschaften an. Für solch ein günstiges Mainboard ist die Sektion wirklich sehr umfangreich. Neben Manuellen Einstellungen an Frequenz und Spannungen, kann man auch eine automatische Anpassung für bestimmte Software bzw. Benchmarks (z.B. Cinebench R15) vornehmen. Was uns besonders erstaunt hat, ist, dass man theoretisch Speicher bis 4000MHz auswählen kann. Die offizielle Freigabe seitens ASUS wird allerdings mit 3200MHz angegeben. Ob überhaupt so hohe Speichertaktraten mit Ryzen erreicht wurden, ist uns nicht bekannt. Wir vermuten, dass dies nicht der Fall ist.
Der Rest des BIOS' ist auch recht Umfangreich, leider aber auch etwas verschachtelt. Zudem fällt auf, dass das BIOS trotz deutscher Sprache sehr viele englische Begriffe verwendet. Wer hier zurechkommen will, muss sich zumindest etwas Zeit nehmen oder bei Englisch bleiben.
Unter dem Punkt Monitor findet man schließlich eine Hardware-Überwachung samt Lüftersteuerung. Man muss also nicht zwangsläufig den ASUS AI Suite 3 verwenden, sondern kann die gewünschten Einstellungen auch direkt dauerhaft im BIOS hinterlegen. Hier sieht man auch, dass die Lüfter wahlweise per Spannung oder PWM geregelt werden können.
Unter Tool kann man seine getroffenen Veränderungen in Übertaktungsprofile hinterlegen. Auch kann hier das SPD der Speicher noch einmal genau ausgelesen werden. Praktisch ist hier auch die EZ Flash 3 Anwendung. Hiermit kann ein BIOS Update entweder über einen USB-Stick oder sogar das Internet durchgeführt werden.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks sind dazu gedacht, die Grundleistung der Platinen miteinander zu vergleichen. Vor den Benchmarks wurde immer für das jeweilige Mainboard ein frischen Betriebssystem aufgesetzt und alle Einstellungen, bis auf das Speichersetting, auf AUTO gestellt beziehungsweise stehen gelassen.
3DMark (2013)
PCMark 8
PCMark 10
SuperPi Mod
Alternatives Programm SuperPi Mod
Cinebench R15
AIDA64 - Speicherdurchsatz / Latency
Im Folgenden soll die I/O-Performance des Mainboards im Fokus stehen. Um ein aktuelles System wiederzuspiegeln und die Leistung der Anschlüsse vollendst auszulasten, haben wir im Vergleich zu unserem Intel 1151 Testsystem zwei Änderungen vorgenommen. Und zwar wurde die bisher genutzte Corsair Neutron XT 480GB durch die Samsung 850 Evo 250GB und die Kingston HyperX Predator 480GB M.2 durch die Samsung 960 Evo 250GB ersetzt.
M.2 Performance
Natürlich soll die Messung der M.2-Schnittstelle nicht fehlen. Die für den Test verwendete Samsung 960 Evo wurde direkt auf der Platine montiert. Dazu muss man zunächst die Montageschraube montieren, welche dem Mainboard in einer Tüte beiliegt. Ein Shield bzw. Kühler ist hier nicht vorhanden. Die M.2-SSD wurde als sekundäres Laufwerk ins System eingebunden. Die Systempartition hatte die genannten Samsung 850 Evo inne. Der M.2 Slot ist mit vier Lanes direkt an der CPU angebunden.
Beginnen wir mit dem AS SSD-Benchmark. Die Ergebnisse decken sich bis auf eine Ausnahme fast mit den Werten des MSI X370 Xpower Gaming Titanium. Einzig im CrystalDisk Benchmark beim Lesen fällt das ASUS Mainboard auffällig ein. Ansonsten sind die Werte auf dem gleichen Niveau wiederzufinden.
SATA 6G Performance
Um auch die etwas „angestaubte“ Schnittstelle mit in Betracht zu ziehen, wurde die Samsung 850 Evo, an die SATA-6G-Ports des Chipsatzes angeschlossen und mittels AS SSD- und Crystaldisk-Benchmark auf Geschwindigkeit geprüft.
Im Gegensatz zum MSI X370 XPower Gaming Titanium, hat ASUS die Option gezogen, auch SATA3 Anschlüsse direkt an die CPU zu hängen. Wie beschrieben, funktionieren diese aber nur in bestimmten Konstellationen. Auch diese Anschlüsse wurde auf ihre Geschwindigkeit geprüft. Unterschiede zum Chipsatz sind allerdings nur marginal.
USB-3.1-Gen2-Performance
Oftmals wird darauf hingewiesen, dass die nochmals schnellere Schnittstelle in Form von Zusatzchips verlötet ist, aber nur selten wird auch die reelle Geschwindigkeit nachgemessen. Im Testbericht zur SanDisk Extreme 900 Portable haben wir umfangreich dokumentiert was notwendig ist, um das volle Leistungsvermögen eines solchen Laufwerks mittels USB-3.1-Schnittstelle abzurufen. Das ASUS Prime B350-Plus bietet am Backpanel zwei USB 3.1 Gen2 Typ-A Anschlüsse. Um eine Limitierung auszuschließen, haben wir die Corsair Neutron XT des vorherigen Testsystems durch die schneller Samsung 960 Evo ersetzt. Verwendet haben wir den CrystalDiskMark und AS SSD Benchmark.
Man erkennt, dass der AsMedia ASM2142 des MSI X370 XPower Gaming Titanium leichte Performance Vorteile liefert. Stark absetzen kann es sich aber nicht. Der Verzicht eines solchen Chips wirkt sich also schon aus, allerdings nicht besonders stark. Schade ist, dass kein Typ-C Anschlüss sowie Header für die Front vorhanden ist.
USB-3.1-Gen1-Performance
Um auch die Leistungsfähigkeit der USB-3.0-Schnittstelle auf die Probe stellen zu können, kam einmal mehr der Corsair Voyager GTX (Rev. 2) in der 128GB Version, zum Einsatz. Dieser musst sich im CrystalDiskmark beweisen.
Leistungsaufnahme
Die ermittelten Werte beziehen sich auf das gesamte Testsystem. Wir haben dabei den Stock-Zustand, also so wie der Kunde die neuen Komponenten verbaut, getestet und die Verbrauchsdaten ermittelt. Die protokollierten Werte verstehen sich als Durchschnittswerte, die via 3DMark (2013) ermittelt wurden. Die Werte wurden mit einem Strommessgerät direkt an der Steckdose abgelesen. Je nach Mainboard können diese Ergebnisse stark variieren, da jeder Hersteller unterschiedliche Komponenten verbauen kann.
Overclocking
Hinweis: Erreichte Werte sind nicht allgemeingültig. Mögliche Taktraten und eingestellte Spannungen variieren zwischen CPUs, Mainboards und Netzteilen. Die folgenden Darstellungen sind also nur als Richtwerte zu verstehen. Übertakten geschieht zudem auf eigene Gefahr und wir übernehmen keinerlei Haftung für verursachte Schäden.
Wie man beim Layout des Bios bereits merkt, sieht ASUS vor, dass man mit dem Prime B350-Plus auch Overclocking betreibt. Der Funktionsumfang ist dabei sogar sehr großzügig. Da die Platine jedoch nur vier Phasen hat und die Kühler relativ klein ausfallen, sollte man dennoch nicht allzu viel erwarten. Vor allem dann, wenn man wie wir einen Achtkern Ryzen 7 nutzt. Mit den Ryzen 5 oder gar Ryzen 3 könnte durchaus etwas mehr Spielraum vorhanden sein. Probiert wurde vorallem, ob das Prime B350-Plus die Werte des MSI X370 XPower Gaming Titanium erreichen kann.
Für 3,9GHz und 3,95GHz müssen identische Spannungen ausgewählt werden, damit das System stabil läuft, diese jedoch real höher ausfielen. Die eingestellten 1,3V wurden als 1,33V und die 1,35V als 1,384V ausgelegt. Vor allem mit dem zweiten Wert sollte man, auf Grund der empfohlenen Spannungsgrenze seitens AMD, bereits vorsichtig sein. Wir würden eher auf die Stufe darunter verweisen.
Auswirkungen bei der Leistung und Verbrauch
Mit dem maximalen Takt lief schlussendlich noch einmal Cinebench R15 mit dem Ziel durch, wie sich der Takt auf die Leistung der CPU auswirkt. Gerade der Multiscore profitiert deutlich, da die CPU nicht auf 3,5GHz zurückfällt, sondern den höheren Takt hält. Das Leistungsplus sowie die erhöhte Leistungsaufnahme fielen auch ähnlich wie beim X370 Mainboard aus. Die leicht höheren Werte liegen vermutlich an den leicht höheren realen Spannungen.
Da eine höhere Spannung und ein höherer Takt auch in einer gesteigerten Leistungsaufnahme münden, hier die passenden Werte zum Verlgeichen. Das Leistungsplus ist bereits bei 3,9GHz sodeutlich, dass man sich eine weitere Übertaktung sparen kann. Zumindest rechtfertigt ein weiteres Anheben des Takts nicht die erhöhte Leistungsaufnahme. Kommen auf der nächsten Seite abschließend zum Fazit.
Fazit
Das ASUS Prime B350-Plus wirkt insgesamt etwas abgespeckt, was nicht nur am verbauten AMD B350 Chipsatz liegt. Die Kühler sind recht günstig ausgeführt und die Anschlussvielfalt ist teilweise etwas angestaubt. Die Performance im Serienzustand ergab insgesamt kaum Unterschiede zum zuvor getesteten MSI X370 XPower Gaming Titanium. Gerade für Gamer dürfte die Platine sehr interessant sein, da sie sogar mit unserem AMD Ryzen 7 1700X eine Übertaktung zuließ. Mit einem Ryzen 5 kann sich demnach eine gute Kombination ergeben, welcher durch OC auch noch etwas mehr Leistung entlockt werden könnte. Das BIOS ist dafür mit sehr vielen Overclocking Eigenschaften vcllgestopft, was wiederrum, gerade bei der guten, aber kleinen Spannungsversorgung etwas übertrieben wirkt. Etwas simpler und grundlegender hätte uns hier besser gefallen.
Auch die I/O-Performance fällt insgesamt gut aus. Der M.2 Steckplatz konnte allerdings nicht ganz die Leseraten erreichen, wie auf dem MSI X370 XPower Gaming Titanium. Auch der USB 3.1 Gen2 Anschluss konnte hier nicht ganz mithalten. Das liegt aber eger am B350 CHipsatz, über welchen die Anschlüsse realisiert werden. Der AsMedia ASM2142 zeigt hier sehr gut, dass noch mehr Leistung in diesem Anschluss verborgen liegt. Schade ist auch, dass ASUS weder Typ-C Ports verlötet hat, noch die Möglichkeit eines Front USB 3.1 Gen2 Anschlusses ermöglicht. Am Backpanel stören wir uns auch noch etwas am VGA Anschluss. So langsam dürfte dieser eingespart werden bzw. für andere Anschlüsse platz machen. Ein Displayport Anschluss wäre nicht nur aktueller, sondern hätte auch den Wandler erspart. Gleiches gilt für die PCI Steckplätze. Jegliche PCI Hardware dürfte mittlerweile deutlich überholt sein und darf so langsam auch in Rente geschickt werden.
Das Design der Platine ist insgesamt gelungen. Damit meinen wir nicht unbedingt die Farbkombination, sondern vielmehr die Platzierung der Anschlüsse. Alles ist gut erreichbar und bedacht ausgerichtet. Besonders gut hat uns hier gefallen, dass der RGB Header direkt am Sockel platziert wurde. Damit kann bspw. der AMD Wraith Spire (CPU-Kühler) mit RGB Beleuchtung direkt angepasst werden kann. Die optische und räumliche Trennung der Chipsatz und CPU-SATA Anschlüsse erscheint auch sehr sinnvoll, jedoch hätte man die unteren Anschlüsse auch gerne gewinkelt ausführen dürfen.
Insgesamt erhält man eine grundsolide Platine mit hochwertigen Komponenten. Die Grundperformacne braucht sich nicht zu verstecken und man kann sogar noch etwas mehr aus dem Mainboard bzw. dem Prozessor herausholen. Dabei muss man beachten, dass das ASUS Prime B350-Plus bereits für rund 85 EUR erhältlich ist. Wer sich also ein günstiges Gaming-System aufbauen möchte, erhält mit diesem Mainboard eine gute Basis zu einem fairen Preis. Erhältlich ist es u.a. bei Amazon.
ASUS Prime B350-Plus | ||
Mainboard Testberichte | Hersteller-Homepage | Bei Amazon kaufen |
Pro | Contra | ![]() |
+ gutes Preis/Leistungs-Verhältnis | - Bios etwas unübersichtlich |
Weitere interessante Testberichte:
▪ Test: MSI X370 XPower Titanium
▪ Preview: Asus X399 ROG Zenith Extreme