Mit der Corsair Sabre RGB Pro Wireless möchten wir die kabellose Variante der an sich nicht mehr ganz unbekannten Gaming-Maus genauer vorstellen. Neben der kabellosen Slisptream-Technologie kommt die Maus mit einem sogenannten Corsair Marksman Sensor, der bis zu 26.000 DPI Auflösung realisieren soll, daher. Wie sich der Nager in der Praxis geschlagen hat, klären die folgenden Zeilen.
Die Sabre RGB Pro Wireless Maus kommt in einer typischen Corsair-Verpackung daher, welche neben der Maus selbst, ein USB-A auf USB-C Kabel zum Laden des integrierten Akkus bereithält, als auch einen USB-Empfänger. Selbstverständlich dürfen die üblichen Papiere wie Schnellanleitung und Garantieunterlagen nicht fehlen in der Nennung. Die technischen Daten der Gaming-Maus habe ich in einer Tabelle mal eben zusammengefasst.
Corsair Sabre RGB Pro Wireless im Überblick | |
Bezeichnung | Sabre RGB Pro Wireless |
Maus-Typ | Gaming-Maus für Rechtshänder |
Sensor | Corsair Marksman |
DPI-Einstellungen | 100 - 26.000 DPI |
Interface | SLIPSTREAM Wireless oder Bluetooth 4.2 + LE |
Tastenanzahl | 7 Tasten (programmierbar) |
Abtastraten | 125, 250, 500, 1000 und 2000 Hz |
Ladefunktion | USB-C auf USB-A Kabel |
Akkulaufzeit | 90 Stunden |
Gewicht | 79 Gramm |
Preis (UVP) | 99,99 Euro |
Garantie | 2. Jahre |
Optisch unterscheidet sich die kabellose Variante der Sabre nur minimal von dem kabelgebundenen Nager aus dem Hause Corsair. Die wichtigsten Tasten, Formgebung und Größe sind von der normalen Sabre übernommen, im Detail wurden aber ein paar Änderungen vorgenommen.
Die matte Oberfläche und der glänzende Abschluss bzw. die Umrandung sind auch bei der kabellosen Variante wiederzufinden. Dafür ist das Mausrad jetzt nicht mehr beleuchtet, sondern einfach mit einem Kunststoffring abgeschlossen. Die seitliche DPI-Anzeige ist nach oben gewandert, wurde von Corsair direkt in der DPI-Umschalttaste integriert und signalisiert die gewählten Einstellungen mittels einer LED, die mehrfarbig leuchten kann. Natürlich können DPI-Einstellungen und die dazugehörig angezeigte Farbe auch in der iCUE-Software angepasst werden, aber dazu später mehr.
Corsair verbaut in der kabellosen Sabre einen sogenannten Marksman Sensor mit einer maximalen Auflösung von 26.000 DPI. Ob man solch eine Auflösung wirklich benötigt sei mal dahingestellt, jedenfalls wird der Sensor dem Zusatz "Marksman" auf dem Datenblatt jedenfalls schon mal gerecht.
Die Unterseite beherbergt neben den vier ausreichend groß dimensionierten PTFE-Gleitfüßchen eine Behausung für den USB-Empfänger, damit dieser beim Transport nicht verloren gehen kann. Neben der Profilwechsel-Taste kommt mit der Verbindungstaste ein weiteres Feature zum Vorschein. Alternativ zur kabellosen Verbindung über die sogenannte Slipstream-Technologie (2,4 GHz), welche übrigens mit einer Pollingrate von 2000 Hz agieren kann, kann die Sabre RGB Pro Wireless auch über Bluetooth verbunden werden. Dafür hat Corsair der Sabre ein Bluetooth 4.2 (LE) Modul verpasst.
Das Diagramm zeigt leichte Abweichungen und auch Ausreißer, die aber ganz normal sind. Der Einbruch mittig ist mit meinem Bewegungswechsel zu erklären. Die Pollingrate kann in der iCUE Software auf 125Hz, 250Hz, 500 Hz, 1000Hz und 2000 Hz eingestellt werden. Um so mehr Daten erfasst werden, um so mehr Punkte können letztendlich wahrgenommen werden. Obwohl die Pollingrate mit 2000 Hz angegeben ist, agiert die Maus doch eher zwischen 4000 - 5000 Hz und somit deutlich höher als angegeben.
Das zeigt auch das nächste Diagramm, welches eine Links nach Rechts und Zurück - Bewegung darstellt. Bei vollen 26.000 DPI ist die Geradlinigkeit auf jeden Fall sehr gut gegeben und lässt keine Zweifel, dass der Sensor optimal arbeitet. Auch sehr schön zu beobachten ist die gleichmäßige Geschwindigkeit, mit der die Maus bewegt wurde. Da spielt das geringe Gewicht von gerade mal 79 Gramm eine entscheidende Rolle.
Gaming / Beleuchtung
Durch die recht große Auflagefläche liegt die Maus sehr gut in der Hand und das auch bei größeren Händen. Die Handfläche kann in meinem Fall komplett abgelegt werden und ermöglicht so ein sehr entspanntes Navigieren. Die verbauten Omron-Switche in der Front, aber auch die restlichen Tasten hinterlassen ein gutes Feedback, lösen schnell aus, aber auch nicht ungewollt und bestätigen dieses auch mit einem saftigen "klicken".
Einzig das Mausrad hinterlässt bei mir einen durchwachsenen Eindruck. So ist die Rasterung zwar gut spürbar, aber mir persönlich mit zu viel Widerstand ausgestattet. Auch das haptische Feedback fällt mir etwas zu "einfach" aus. Gleiches gilt auch für die Tastenfunktion des Mausrades, sodass die Auslösung des Schalters für eine Gaming-Maus eher zu viel "Kraft" benötigt.
Die Füße entwickeln auf verschiedensten Untergründen auch eine stimmige Gleitfähigkeit. So war in meinem Fall direkt auf dem Schreibtisch oder auf einem Mauspad kaum ein Unterschied zu spüren und die Maus jederzeit präzise unterwegs. In der iCUE-Software lässt sich der Sensor auch auf den Untergrund kalibrieren, sodass fast jeder Untergrund möglich sein sollte.
Wie es sich für ein RGB-Modell aus dem Hause Corsair gehört, hat auch die Sabre wieder eine schicke Beleuchtung spendiert bekommen, die aber sehr dezent ausfällt und nur das hintere Firmenlogo betrifft. Dieser Effekt ist gleichmäßig gelungen, auch wenn man hier und da sieht, dass die LED wohl eher links vom Logo sitzt als mittig. Aber optischwertet es das zurückhaltende matte Design auf, auch wenn man bei der Nutzung davon nichts sehen kann.
Wie schon erwähnt ist das Mausrad ist bei der kabellosen Varianten nicht mehr beleuchtet. Der hinter dem Mausrad angebrachte DPI-Schalter gibt auch diverse Farben wieder. So signalisiert er beim Einschalten der Maus durch eine pulsierende Farbe den aktuellen Akkuzustand und wechselt dann in die Farbe des aktuell gewählten DPI-Modus. Apropo Akku. Ich habe die Maus jetzt fast vier Tage im Redakteurs-Alltag im Betrieb und auch das eine oder andere Ründchen CS:GO gezockt. Aktuell signalisiert mir die LED noch einen mittleren Ladezustand (Gelb). Also die angegeben 90 Stunden Laufzeit sollten hinhauen, ich hatte wohlgemerkt auch die Beleuchtung die ganze Zeit an.
Corsair iCUE-Software
Die übersichtliche iCUE-Software greift auch bei der "Wireless" Sabre dem Nutzer wieder unter die Arme und gibt jede erdenkliche Konfiguration frei, die man sich als Gamer wünschen kann. Neben diversen Beleuchtungseffekten, die natürlich auch wieder mit dem restlichen System synchronisiert werden können, bietet die Software auch einige tiefgreifendere Optionen an.
So können die Tasten der Maus mit unterschiedlichsten Aktionen oder Eingaben belegt werden, bis auf die linke Maustaste, die ist nicht in der Belegung anpassbar. Wäre auch etwas schwierig dann weitere Änderungen vorzunehmen (...). Besonders gut gefiel mir die Trennung zwischen Tastenzuweisung und Hardware-Tastenzuweisung. Denn hier kann der Nutzer diverse Funktionen direkt auf der Maus ablegen bzw. eben nur in der Software. Wird die Sabre-Maus an mehreren Rechnern genutzt, benötigt man so nur einmal die iCUE-Software für die Konfiguration und kann mittels der Umschalttaste auf der Unterseite der Maus, durch die hinterlegten Profile wechseln.
Gleiches gilt für die Beleuchtung. Auch hier sind Profile direkt auf der Maus oder nur in der Software hinterleg- und somit unabhängig von der Software nutzbar. Praktisch ist auch die DPI-Funktion gelöst. Hier lassen sich insgesamt sechs Stufen hinterlegen, die DPI-Range reicht von 100-26.000 DPI und ist in 1er Schritten einstellbar. So sollte jeder Gamer für die entsprechende Situation die richtige Auflösung parat haben. Interessant sind volle 26.000 DPI, hier könnte man überspitzt formuliert einen 4K-Monitor von einer 2-Euro-Münze aus steuern bzw. einen Panzer auf einem Bierdeckel wenden, so wenig Bewegung ist notwendig.
Fazit
Wie schon die kabelgebundene Version der Sabre RGB Pro, überzeugt auch die Sabre RGB Pro in der Wireless-Edition von Corsair. Auch wenn die Maus aus einfachem, matten Kunststoff besteht und optisch sehr dezent ausgestattet ist, fast schon langweilig wirkt für eine Gaming-Maus, bietet sie gerade bei FPS-Shootern hohen Spielspaß. Denn durch den Verzicht auf unnötigenm optischen Ballast ist die Maus mit ihren 79 Gramm inklusive Akku schnell und direkt zu navigieren. Hier hat Corsair den Fokus auf die reine Performance gelegt, die Maus auf das Wesentliche reduziert und mit einem sehr präzisen Sensor ausgestattet.
Sie liegt auch bei großen Händen gut in der Hand und die Tasten bieten einen angenehmen Druckpunkt bzw. liefern auch in hektischen Gaming-Situationen ein stimmiges Feedback ab. Hinzu kommt die Unterstützung der iCUE-Software, die sehr viele Möglichkeiten der Anpassung bietet, sei es optischer oder technischer Natur. Dazu kommt, das Profile direkt auf dem Nager abgelegt werden können, sodass eine Nutzung auch an anderen PCs möglich ist, ohne jedes Mal die Software parat haben zu müssen. Einzig das etwas zum Rest abfallende Mausrad hätte ich als Kritikpunkt aufzuführen. Es wirkte etwas behäbig, aber das ist auch nur mein persönlicher Eindruck. Dass die Maus keine gummierte Oberflächen hat oder das sich die RGB-Beleuchtung für eine Gaming-Maus in Grenzen hält, möchte ich der Corsair Sabre RGB Pro Wireless nicht ankreiden. Wer darauf viel Wert legt, sollte sich nach anderen Modellen wie die Corsair Dark Core RGB Pro SE oder Corsair Ironclaw RGB Wireless umsehen. Die sind dann aber auch deutlich schwerer. Bei diesem Modell geht es um reine Spiele-Performance und diese bietet die Sabre RGB Pro Wireless auch.
Mit einer UVP von 99,- Euro ist die Corsair Sabre RGB Pro Wireless fair bezahlt. Alternativen am Markt sind entweder technisch schlechter ausgestattet oder eben schwerer unterwegs und somit geht eine Kaufempfehlung von meiner Seite absolut klar.
Corsair Sabre RGB Pro Wireless
- sehr leicht, dadurch schnell
- gute Materialwahl
- stimmige Proportionen auch für große Hände
- dezente, schicke RGB-Beleuchtung
- Feedback / Haptik der Tasten
- gute Gleiteigenschaften
- leistungsfähiger Sensor
- Akkulaufzeit
- iCUE-Software und Möglichkeiten
- neben 2,4 GHz auch Bluetooth
- Mausrad etwas träge