Die neue Corsair M65 RGB Elite blickt auf mehrere Vorgänger zurück, von denen sie sich auf den ersten Blick nur wenig unterscheidet. Das geschulte Auge merkt aber doch schnell, dass man auch beim Design nicht untätig war. Noch deutlich werden die Unterschiede aber unter der Haube. Hier arbeitet nun der neue PixArt PMW3391, welcher das aktuelle Top-Modell des Herstellers darstellt. Die M65 RGB Elite lässt diesen Serienmäßig mit bis 9.000 DPI auflösen, kann aber auch das doppelte abrufen. Sniper-Button und variables Gewicht bleiben der M65 Reihe treu.
Für die CES 2019 hat Corsair wieder neue Gaming Peripherie im Gepäck. Rechtshänder können sich ab sofort über drei weitere Wahlmöglichkeiten am Maus-Markt erquicken. Die Corsair Harpoon RGB Wireless und M65 RGB Elite setzen auf vorhandene Designs, während die Ironclaw RGB ein neues Konzept ist. Die M65 RGB Elite blickt dabei auf die längste Ahnenreihe zurück. Den Anfang machte die Corsair Vengeance M65, gefolgt von der Corsair Gaming M65 RGB und der Corsair Gaming M65 Pro RGB.
von links: Corsair Ironclaw RGB, Corsair Harpoon RGB Wireless und Corsair M65 RGB Elite
Das neuste Modell darf nun mit dem aktuell potentesten optioschen Sensor am Markt in den Ring steigen und der Konkurrenz das Fürchten lehren. Diese findet sie aber auch bereits im eigenen Haus durch die Ironclaw RGB, welche den selben Sensor verwendet. Die M65 RGB Elite bleibt trotz Neuerungen dem M65 Konzept treu, was so viel bedeutet, dass man einen Aluminium-Rahmen mit Kunststoffelementen versieht, eine variable Gewichtskontrolle integriert und eine Scharfschützen-Taste anbietet.
Lieferumfang und Verpackung
Die Verpackung der M65 RGB Elite hält nichts weiter bereit, außer der Maus und einer Kurzanleitung. Viel mehr braucht es eigentlich auch nicht, nett wäre aber ein Werkzeug zum Öffnen der Gewichtsschrauben gewesen. Ebenso wäre eine Aufbewahrungsbox für die nicht genutzten Gewichte eine sinnvolle Ergänzung.
Erwähnt haben wir bereits den neuen PixArt PMW3391, welcher das Hauptaugenmerk der Neuerung der M65 RGB Elite darstellt. Dieser bietet ein Auflösung im Bereich von 100 bis 18.000 DPI und kann diese in Einerschritten variieren. Gepaart wird dies mit einer maximalen Geschwindigkeit von 400 IPS. Damit ist der Sensor dem einstigen Topmodell PMW3389 zumindest bei der Auflösung überlegen. Die sonst gängigen PMW3360 oder Corsair exklusiven PMW3367 werden aber deutlich in den Schatten gestellt, zumindest in der Theorie. Ansonsten bietet die M65 RGB Elite weiterhin acht programmierbare Tasten und entfernbare Gewichte. Abgerundet wird das Konzept von zwei unabhängigen RGB Beleuchtungszonen.
Die Corsair Mäuse im Überblick | |||
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Bezeichnung | Harpoon RGB Wireless | Ironclaw RGB | M65 RGB Elite |
Maus-Typ | Wireless Gaming Maus | FPS/MOBA Gaming Maus | FPS Gaming Maus |
DPI Einstellung | bis zu 10.000 DPI | bis zu 18.000 DPI | |
Preis | ~ 60€ | ~ 60€ | ~ 70€ |
Hersteller-Homepage | www.corsair.de | ||
Wichtige Features | |||
Interface | USB 2.0 / BT 4,2 / 2,4 GHz | USB 2.0 | |
Beleuchtung | Ja, RGB-LEDs | ||
Material | Kunststoff, Gummi | Kunststoff | Kunststoff, Aluminium |
Abtastrate | 1000 Hz | ||
Kabel | 1,8 m | ||
Abmessungen | 115,5 x 68,3 x 40,4 mm | 130 x 80 x 45 mm | 116,5 x 76,6 x 39,2 mm |
Gewicht | 99 g | 105 g | 97 bis 115 g |
Sensor | PMW3325 | PMW3391 | |
Weitere Eigenschaften |
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Die Corsair M65 RGB Elite im Detail
Die Corsair M65 RGB Elite hat mit der M65 Pro RGB, M65 RGB und Vengeance M65 bereits mehrere Vorgänger. Im direkten Vergleich zu diesen hat sich aber nicht nur die Technik geändert. Auch am Gehäuse hat man etwas Hand angelegt. Dazu muss man genauer hingucken, da das Grundkonzept sehr ähnlich bleibt. Ein Aluminium-Rahmen wird durch drei Kunststoff-Elemente zur Maus geformt.
Der Alu-Rahmen ist hier nun wieder Silber eingefärbt wie bei der älteren Vengeance M65, ist im Vergleich zu beiden Vorgängern aber an der Front und am Heck etwas verändert worden. Grundsätzlich hat man den Rahmen durch Öffnungen etwas abgespeckt. Die Kunststoffblenden wurden im Gegenzug teils vergrößert. So ist die rechte Seite nun deutlich weiter nach hinten gestreckt und leicht als Auflage ausgefomrt. An der linken Seite ist der Sniper-Button etwas nach vorne gewandert, die Griffläche dort jedoch eingekürzt worden, wodurch der Rahmen mehr in Erscheinung tritt.
Im gleichen Atemzug wurden auch die Daumentasten minimal vergrößert. Auch der Bereich der DPI-Schalter und -Anzeige wurde leicht überarbeitet. Die Taster sind etwas gewachsen und die Anzeige dafür geschrumpft. Die Position ist aber identisch geblieben. Das Mausrad sitzt in einer Art Bucht, welche unten vom Rahmen abgeschlossen wird. Das Kabel mit Stoffmantel wird links versetzt aus dem Gehäuse geführt.
Die Unterseite zeigt sich bekannt. Drei große Schrauben sind hier dominant. Darunter verbergen sich kleine Scheibengewichte (je 6g). Ein Werkzeug zum Öffnen liegt nicht bei, man kann sich hier aber einer kleinen Münze bedienen. Während die vorderen Gewichte leicht zu entfernen waren, klemmte das hintere fest und war nur mit Gewalt zu entfernen. Unscheinbar verbirgt sich der PixArt PMW3391 aktuell das Flaggschiff des Herstellers ist und eine besonders hohe Leistung verspricht. Ob er diese bestätigen kann, klärt u. a. die folgenden Seite
Software
Die Konfiguration der Corsair M65 RGB Elite erfolgt natürlich mittels iCUE. Die mächtige Software des Herstellers kommt in der gewohnten Optik daher und bietet eigentlich den selben Umfang wie auch schon bei der Corsair Dark Core RGB Special Edition. Im ersten Reiter können die Tasten konfiguriert werden. Dabei sind kaum Grenzen gesetzt. Im Endeffekt sind die selben Möglichkeiten wie bei den Corsair Tastaturen gegeben.
Im zweiten Reiter kann die Beleuchtung eingestellt werden. Mausrad und Logo können dabei seperat belegt werden. Im gezeigten Beispiel wurden dazu zwei Effekte mit statischer Beleuchtung angelegt, damit beide Bereiche unterschiedlich leuchten. Man kann aber auch Effekte wählen, jedoch nicht so viele wie bspw. beim Corsair Vengeance RGB Pro RAM, da keine adressierbaren Dioden verbaut sind.
Wietere Einstellungen lassen sich unter Optionen und Einstellungen finden. Hier lässt sich Eckenglättung, Beschleunigung und Pollingrate einstellen.
Zudem lässt sich der Maussensor an die genutzte Oberfläche kalibireren. Wir haben dies für das Corsair MM350 durchgeführt, konnten aber subjektiv keinen Unterschied ausmachen.Der Grund liegt darin, dass die Maus bereits auf die Hauseigenen Stoffpads getuned ist.
Praxis & Leistung
Die Corsair M65 RGB Elite ist eigentlich für zwei Griffarten ausgelegt. Der Hersteller spricht vom Claw- und Palm-Grip. Wie man folgend sehen kann, ist die Auflagefläche für den Palm-Grip aber fast zu klein. Die Hälfte der Handinnenfläche findet keinen Platz auf der Maus. Wie man sich vorstellen kann, gibt es dieses Problem beim Claw-Grip nicht. Den Fingertip-Grip zeigen wir aus dem Grund, dass dieser eigentlich auch gut funktionieren würde, nur ist die Bedienung des Sniper-Buttons dann etwas schwer bzw. braucht mehr eingewöhnung. Vor allem, wenn man sie vom gesamten zusätzlichen Gewicht befreit, ist der Fingertip unserer Meinung nach aber auch eine Alternative. Insgesamt ist die M65 RGB Elite auch dank der Daumenauflage ein angenehmer Wegbegleiter.
Allerdings krankt sie aus subjektiver Sicht wie auch die Dark Core RGB SE etwas an der geringen Größe. Würde man sie noch etwas voluminöser gestalten, wäre sie für den Palm-Grip bequemer. Gut gewählt ist die Oberflächenbeschaffenheit. Der Rücken bis zu den Hauptasten ist in gewisser Weise Softtouch-Beschichtet, wohingegen die Seitenflächen aus einem rauen Kunststoff bestehen. Der Sniper Button ist in vielen Anwendungsfällen eine Sinnvolle Ergänzung, vor allem auch deswegen, weil die beiden DPI Schalter recht weit hinten platziert sind. Die Tasten wirken, bis auf den Sniper-Button, alle taktil, was auf das Mausrad leider nicht zutrifft. Es dürfte etwas härter gestuft sein.
Der PixArt PMW3391 bietet eine native Auflösung von 18.000 Dots per Inch (DPI), welche in Einer Schritten ausgewählt werden kann. Corsair hinterlegt in der M65 Elite RGB fünf Stufen mit 800, 1500, 3000, 6000 und 9000 DPI. Zusätzlich bietet der Sniper-Button eine 400 DPI Stufe. Zunächst wurde untersucht, inwieweit die eingestellten Werte getroffen werden. Wie man der folgenden Tabelle entnehmen kann, sind die Abweichungen vernachlässigbar bzw. vermutlich auch auf die Messmethode zurückzuführen. Erstaunlich ist dabei, dass die Corsair Ironclaw RGB mit identischem Sensor signifikant großere Abeweichungen vom Sollwert aufweist.
Eingestellte DPI | Gemessene DPI | Abweichung |
400 | 394 | 1,5% |
800 | 805 | 0,6% |
1500 | 1489 | 0,7% |
3000 | 2993 | 0,2% |
6000 | 5986 | 0,2% |
9000 | 9009 | 0,1% |
Um erste Eindrücke zu erhalten wurde ein einfacher Paint-Test durchgeführt. In jeder Stufe wurden gleiche Muster erstellt. Angle-Snapping ist hier nicht zu sehen. Die Unruhe ist der hohen Empfindlichkeit geschuldet. Zudem wurde bei nativer Auflösung (1600 x 1200 Pixel) und 100% Ansicht gezeichnet.
Als Steigerung des sonst beliebten PMW3360 bietet der PMW3391 eine Geschwindigkeit von bis zu 400 Inches per Second (IPS), was umgerechnet 10,16 m/s entspricht. Im nächsten Test soll dies in den verschiedenen Stufen untersucht werden. Im Test konnten wir diese nicht ansatzweise erreichen. Das Maximum lag unterhalb von 6 m/s, was wiederum den 250 IPS entspricht. Im normalen Betrieb sollten aber selbst diese Geschwindigkeiten nicht erreicht werden. Man sieht aber auch, dass die Abtastung auch bei der sehr hohen Geschwindigkeit relativ gleichmäßig bleibt. Gerade wenn man die Graphen bspw. mit der Corsair Harpoon RGB Wireless vergleicht, wird der Performance-Unterschied richtig bewusst.
Auch die Beschleunigung soll nicht außer Acht gelassen werden. Die Maus wird dazu zunächst schnell in eine Richtung bewegt und danach langsam wieder zurück auf die Ausgangsposition. Ohne Hardwarebeschleunigung sollte der Graph am Anfang und Ende den gleichen Y-Wert aufweisen. Wie man sieht, ist dies hier genau der Fall. Eine Verfälschung der Beschleunigung liegt also nicht vor.
Zuguterletzt werfen wir noch einen Blick auf die Polling Rate bei fest gewählter DPI Stufe (3.000). Dazu wurde die Maus horizontal, gleichmäßig bewegt. Die Graphen wirken allesamt etwas unruhig, liegen aber immer um den ausgewählten Wert. Die 500 Hz Messung sieht etwas ruhiger aus, was aber nur an den beiden Ausreißern liegt. Auch hier gibt es keine Bedenken.
Beleuchtung
Was zunächst seitlich wie eine Art DPI Anzeige in Erscheinung tritt, stellt sich dann doch nur als Design-Element aus. Die Anzeige sitzt nämlich weiterhin zwischen den beiden Schaltern zur Verstellung der selbigen. Wie man sehen konnte, kann man die Stufen auch mit eigener Farbwahl anpassen. Die eigentlichen Beleuchtungselemente sitzen auf dem Rücken und im Mausrad.
Beide Bereiche können getrennt voneinander belegt werden. Jede Zone verfügt aber nur über eine Farbe, sodass keine fließenden Lichteffekte wie auf den Tastaturen möglich sind. Rückseitig leuchtet nicht nur das Logo, sondern es treten auch Strahlen direkt auf das Mauspad aus. Ähnlich ist dies auch an der Front. Denn das Mausrad leuchtet so kräftig, dass auch etwas nach vorne abgestrahlt wird.
Wie damals bei der Einführung der Hydro Pro Serie, finden wir es auch hier etwas schade, dass man bei einer Beleuchtungsfarbe pro Zone bleibt. Auch wenn es einige gibt, die mit der bunten RGB Beleuchtung nichts anfangen können, ist der Hersteller in diesem Punkt einfach etwas hinter der Konkurrenz zurück. Kritisieren müssen wir auch, dass die eingestellten Farben nicht identisch zu denen auf der Tastatur sind. Für ein stimmiges Bild zwischen der Corsair K70 RGB Mk.2 Low Profile und der M65 Elite RGB mussten die Regler von hand bedient werden, damit der gleiche Farbton getroffen wurde.
Fazit
Man könnte meinen, dass es sich bei den Corsair M65 Mäusen wie mit Saiyajins verhält - Ist das Ende der Maus in Sicht, kommt sie nach Genesung noch deutlich stärker wieder zurück. So lässt sich der Hersteller es sich nicht nehmen, die M65 RGB Elite mit dem aktuell stärksten Sensor zu versehen, welcher im Test alle Disziplinen mit Bravour bestreiten konnte. Zwar handelt es sich hierbei auch um einen Werbekrieg aka "wer hat die höchste DPI", aber der Sensor überzeugt zudem mit einer hohen Geschwindigkeit und Beschleunigung.
Doch nicht nur der Senosor wurde ersetzt, sondern auch das Gehäuse hat einen Feinschliff erhalten. Grundsätzlich zielte man auf eine Verringerung des Gewichts ab, welches im Gegensatz zum direkten Vorgänger um 20g auf 115g inklusiv aller Gewichte gedrückt werden konnte. Erreicht hat man dies unter anderem durch das kluge Minimieren des Alu-Rahmens. Verbesserungen an der Ausformung runden das Update ab. Nun ist auch auf der rechten Seite für mehr Halt gesorgt.
Ist der Claw-Grip der favorisierte Griff, könnte die Corsair M65 RGB Elite auf jeden Fall einen Blick Wert sein. Mit einer UVP von ~70€ ist sie sicherlich keine günstige Maus, allerdings sind vergleichbare Nager mit PMW3389 auf einem ähnlichen Preisniveau vorzufinden. Hier dürfte dann die Formgebung der entscheidende Entscheidunghs-Punkt sein. Leistungstechnisch macht man mit der M65 RGB Elite nichts falsch. Zudem profitiert man von der mächtigen iCUE Software, welche einen großen Umfang zur Personalisierung bereithält.
Corsair M65 RGB Elite | ||
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Pro | Contra | ![]() |
+ exzellenter Sensor | - Mausrad etwas weich gestuft |
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