Nitro Concepts ist für Gaming-Stühle bekannt, vor allem wahrscheinlich für die S300-Serie. Der Hersteller hat das Sortiment um ein größeres Modell erweitert, das ähnliche Grundzüge besitzt. Auch der Nitro Concepts X1000 ist mit dem bekannten Stoff bezogen, ist aber insgesamt etwas größer. Folgend haben wir die Erfahrungswerte zum Einsatz im Alltag niedergeschrieben.
Wie auch beim Nitro Concepts S300, kann man auch beim Nitro Concepts X1000 nur wenig Rückschlüsse von der Bezeichnung auf den Stuhl ziehen. Das trifft auch auf den Nitro Concepts E250 und dem C100 zu. Nur beim Preis lässt sich ein Zusammenhang mit den Zahlen erkennen, denn sie geben Auskunft über die preisliche Reihenfolge. Der X1000 ist also das teuerste Produkt des Herstellers zum jetzigen Zeitpunkt und schlägt mit rund 270 Euro zu Buche.
Aber auch bei der Größe ist es eine Steigerung erkennbar. Zumindest ist der X1000 größer als der S300, wenn auch nicht deutlich. Die folgende Tabelle zeigt die leichten Unterschiede der beiden Modelle noch einmal gut auf. Nach dem tabellarischen Vergleich geht es weiter mit der Montage des Gaming-Stuhls.
Nitro Concepts Stühle im Vergleich | ||
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Modell | X1000 | S300 |
Abmessungen | Gesamthöhe Rückenlehne: 86 cm Schulterbreite: 55 cm Sitztiefe: 54,5 cm Sitzbreite: 56 cm | Gesamthöhe Rückenlehne: 87 cm Schulterbreite: 53 cm Sitztiefe: 47 cm Sitzbreite: 47 cm |
Material | Nylon, Stahl, Stoff (Polyester), Kaltschaum | |
Farben | Schwarz Schwarz / Weiß Schwarz / Rot Schwarz / Blau | Schwarz Schwarz / Blau Schwarz / Gelb Schwarz / Rot Schwarz / Weiß Schwarz / Orange Schwarz / Grün Schwarz / Lila Schwarz / Weiß / Rot Camouflage |
Maximalbelastung | 135 kg | |
Features | Kopf- und Lendenkissen 3D-Armlehnen 60 mm-Doppel-Rollen (Nylon) 35° verstellbare Rückenlehne | Kopf- und Lendenkissen 3D-Armlehnen 50 mm-Doppel-Rollen (Nylon) 35° verstellbare Rückenlehne |
Preis | ~290 Euro | ~270 Euro |
Montage / Zusammenbau
Die Montage wurde in der vom Hersteller dargestellten Weise durchgeführt. Auch beim Nitro Concept X1000 braucht es kein zusätzliches Werkzeug. Ein passender Inbusschlüssel liegt dem Stuhl bei. Diesen braucht man bei den ersten Schritten aber noch nicht. Zunächst wird das Fußkreuz sowie die Rollen in Augenschein genommen bzw. zusammengefügt. Das Kreuz besteht aus Kunststoff und ist zur Verstärkung mit einer Stützstruktur versehen. Optisch erinnert es etwas an den Corsair T3. Die Rollen messen 60 mm im Durchmesser, bestehen aus Nylon und sind beschichtet, sodass sie auf weichen und harten Böden ihren Dienst verrichten können sollen. In das Kreuz werden sie einfach gesteckt.
Anschließend geht es mit der Gasdruckfeder weiter. Sie wird einfach in das Kreuz gesteckt und anschließend mit den Kunststoffelementen verkleidet. Es wird sich sicherlich auch hier um ein sogenanntes Klasse 4 Modell handeln, was aber eigentlich bei jedem Stuhl genannt wird. Die Höhenverstellung beträgt 96 mm.
Weiter geht es dann mit der Sitzfläche. Hier muss man die Verstelleinheit bzw. Aufnahme der Gasdruckfeder anschrauben. Hier braucht es dann das erste mal den Inbus-Schlüssel sowie die beiliegenden Schrauben. Die Passung fällt sehr gut aus und es gibt keine Probleme beim Anschrauben. Wie man auch erkennen kann, lassen sich die Armlehnen noch ein wenig nach außen versetzen.
Hat man die Aufnahme ordentlich angebracht, kann man die Sitzfläche schon auf den Fuß stecken. Mehr braucht es nicht, damit sie fest auf diesem hält. Weiter geht es dann mit der Rückenlehne.
Seitlich sind jeweils zwei Schrauben eingedreht. Diese gilt es nun zunächst zu entfernen. Hat man dies erledigt, steckt man die Lehne zwischen die beiden Metallstreben der Sitzfläche. Danach dreht man die Schrauben wieder hinein. Das funktionierte erstaunlich unproblematisch und die Gewinde wurden exakt getroffen. Die Streben werden anschließend mit Kunststoffblenden verkleidet, welche man ebenfalls je mit einer Schraube fixiert.
Das war auch schon der letzte Schritt der Montage und der X1000 ist sozusagen einsatzbereit. Es fehlen hier dann nur noch die beiden Kissen, welche man auf der folgenden Seite zusammen mit den Praxiserfahrungen in Erfahrung bringen kann.
Detailansicht, Eigenschaften & persönliche Eindrücke
Materialwahl
Der Stoff des Nitro Concepts X1000 scheint derselbe wie beim S300 zu sein. Er ist wirklich fest und man kauft ihm ab, dass er strapazierfähig ist. Beim S300 konnten sehr gute Langzeiterfahrungen mit ihm gemacht werden. Auch das Reinigen war unproblematischer als zunächst angenommen. Das war beim Corsair T3 bspw. nicht der Fall. Dort ließen sich Flecken aus dem Mikrofaser-Material nicht so einfach entfernen. Im Vergleich fühlt sich das robuste Material des X1000 aber auch nicht ganz so weich an. Zieht man einen Stuhl mit Kunstleder-Bezug hinzu wie bspw. den Corsair T2, dann fällt das längere sitzen aus subjektiver Sicht schon angenehmer aus. Vor allem bei hohen Temperaturen kommt man nicht so schnell ins Schwitzen.
Verarbeitung
Bei der Verarbeitung lassen sich eigentlich keine Mängel feststellen. Lediglich an einer der Streben unter der Sitzfläche war an einer Stelle der Lack fehlerhaft. Die Nähte sind ohne Fehler, auch wenn sie aufgrund des dicken Materials zwischen dem Stoff und den Kunstleder-Einsätzen nicht ganz so filigran ausfallen. An der Mechanik lassen sich auch keine Schwachstellen feststellen. Was wirklich positiv auffällt ist, dass die Armlehnen nicht wie sonst oft wackeln. Ein wenig Spiel haben auch sie, aber vor allem die Höhenverstellung hat eine gute Passung.
Funktionen
Der X1000 lässt sich zunächst einmal in der Höhe um 96 mm verändern. Die Sitzfläche befindet sich somit zwischen 41 und 50,6 mm über dem Fußboden. Über dem Hebel zur Höhenverstellung befindet sich der Griff zur Veränderung der Neigung der Lehne. Sie lässt sich zwischen 90° und 135° verstellen. Noch mehr Möglichkeiten gibt es bei den Armlehnen. Sie lassen sich in der Höhe anpassen, nach vorne und hinten schieben und im Winkel verändern. Für erstes gibt es außen einen kleinen Griff, für zweites und drittes einen versteckten Knopf vorne unter den Lehnen. Alles funktioniert gut und lässt eine individuelle Einstellung zu. Ohne die Verstellung in Position und Winkel würde die Armlehnen sicherlich aber noch stabiler wirken, denn das leichte Spiel wird durch diese Mechanismen hervorgerufen. Aus persönlicher Sicht könnte darauf verzichtet werden, denn die Lehnen sind schon relativ groß gestaltet, sodass man nicht viel einstellen muss. Das kann aber je nach Nutzer auch komplett anders ausfallen.
Als weitere Funktionen kann man die beiden Kissen aufzählen. Das Kissen zur Unterstützung des Lendenbereichs wird einfach an die Rückenlehne gestellt und nicht weiter fixiert. Eine Anpassung in der Höhe ist also nicht möglich. Das war beim Nitro Concepts S300, Tesoro Zone Balance und Corsair T2 bspw. besser gelöst. Auch beim Nackenkissen wird keine Änderung der Position zugelassen. Denn es wird einfach um die Rückenlehne gespannt. Aufgrund der Länge des Gummi-Bandes sowie der Form der Lehne bleibt eigentlich nur eine Position als Auswahl. Das ist bei anderen Stühlen aber ähnlich. Oft wird der Gummi-Zug allerdings durch Öffnungen gezogen, womit das Kissen sicherer platziert ist (z. B. Corsair T3).
Ergonomie, Sitzkomfort & Praxiseindrücke
Der X1000 ähnelt dem S300 nicht nur beim Bezugsstoff, sondern auch den darunter befindlichen Polstern. Vom Hersteller wird auch hier eher strafferer Schaumstoff eingesetzt, der auch nach längerer Zeit nicht nachgibt. Das hört sich jetzt erstmal vielleicht nicht so bequem an, ist es aber. Denn auch nach langer Nutzung bekommt man nicht das Gefühl, als würde sich der X1000 durchsitzen. Das war beim sehr weichen und im ersten Moment bequemen Tesoro Zone Balance bspw. der Fall. Auch nach Wochen der Nutzung hat sich an diesem Eindruck beim X1000 nichts geändert. Wirklich positiv ist auch die Größe bzw. Form des Stuhls zu bewerten. Sie erinnert ein wenig an den Corsair T2, welcher auch mit weiteren Flächen daherkommt. Somit hat man auch mit breiterem Kreuz keine Probleme und fühlt sich nicht irgendwie eingeengt.
Das ist bei mir bei manchen Stühlen schon der Fall gewesen und das trotz meiner geringen Körpergröße von ~175 cm. Diese wird aber beim Nackenkissen ein klein wenig zum Problem. Denn im Nacken sitzt es eher nicht, sondern etwas drüber. Das untere Kissen erfüllt seinen Zweck aber auch ohne Höhenverstellung ganz gut. Positiv fällt auch mein Urteil zu den Rollen aus. Ich konnte den Stuhl zwar nur auf Laminat testen, dort rollt er aber nach der Überwindung eines kleinen Wiederstandes leicht und ruhig, flitzt aber nicht so davon wie bspw. der Corsair T2, was ich persönlich gut finde. Der Stoff hat während der Nutzung keinerlei Abnutzungserscheinungen aufgezeigt. Es sammelt sich hinter dem Kissen nur etwas Staub und Krümel, wenn man nicht allzu regelmäßig mit dem Staubsauger drüber fährt.
Fazit
Der Nitro Concepts X1000 setzt im Vergleich zum S300 auf eine neue Form, welche mehr Platz bietet. Die Ausformung der Seitenwangen ist flach und weiter, sodass man auch mit breiterer Statur keine Enge verspürt. Kombiniert wird die neue Formgebung auch hier mit dem robusten Stoffbezug, welcher Wärme versprüht, aber auch atmungsaktiv ist. Somit ist der X1000 direkt gemütlich. Akzente setzen kleine Flächen aus Kunstleder mit Carbon-Optik, welche aber ebenfalls sehr strapazierfähig erscheinen. Im längeren Test konnten an beiden Oberflächen keine Abnutzungen erkannt werden. Generell ist die Verarbeitung des Gaming-Stuhls auf einem guten Niveau. Die Nähte passen und auch für den Zusammenbau gibt es keine Kritikpunkte.
Die Mechanik des Sitzfläche, Rückenlehne und auch der Armlehnen funktionierte ohne Probleme. Positiv fällt hier wirklich auf, dass die Armlehnen weniger wackelig sind als bei vielen anderen Stühlen. Würde man nur auf die Höheneinstellung setzen, könnte man hier sogar noch besser abschneiden. Gut schneiden auch die Rollen ab. Auf hartem Boden laufen sie zwar auch mit leichtem Wiederstand, dafür aber leise. Im Alltag hat sich nur das Nackenkissen als etwas problematisch herausgestellt, da es etwas weit oben sitzt und die Halterung etwas einfach ist.
Der Nitro Concepts X1000 schneidet insgesamt gut ab. Erhältlich ist er ab ~ 290 €. Im Vergleich mit dem Nitro Concepts S300 also etwas teurer. Zu einem ähnlichen Kurs ist auch der Corsair T3 Rush erhältlich, welcher ebenfalls überzeugen konnte. Bei der Wahl spielt sicherlich auch die Optik eine Rolle, die beim schwarzen Modell schon als dezent bezeichnet werden kann. Daher erhält der Gaming-Stuhl eine Empfehlung unsererseits. Wie immer sollte man aber zumindest versuchen irgendwo probesitzen zu können.
Nitro Concepts X1000