In der Vergangenheit haben wir bereits mehrere Gaming Headsets mit immersiven Sound getestet. Nicht immer konnte der Surround-Sound dabei vollends punkten. Ebenfalls verlangt nicht jede Situation nach einem 7.1 Klang. Viele Spiele kommen immer noch mit einer Stereo Ausgabe daher. Für diejenigen, die auf den räumlichen Ton verzichten können bzw. diesen gar nicht wollen, präsentiert man mit dem Corsair HS50 Stereo einen günstigen Ableger. Das leichte Gaming Headset mit 50mm Treibern besitzt ein ansteckbares Mikrofon und wird mittels Klinke verbunden. Somit ergeben sich viele Einsatzgebiete. Wie unser Fazit zu dem Gerät ausfällt, verrät der folgende Test.
Dass Corsir immersive Kopfhörer bzw. Headsets bauen kann, haben wir bereits bei den Corsair Void Pro Headsets festgestellt. Jedoch war auch dort der Surround-Sound nur mit integrierter USB Soundkarte wirklich überzeugend. Das Void Pro Surround mit Klinke Anschluss wirkte dagegen etwas künstlich. Beim Corsair HS50 Stereo spart sich der Hersteller einen Wandler innerhalb der Kopfhörer und bietet somit "nur" einen Stereo-Betrieb. Nicht nur in anbetracht der artikulierten Problematik kann dies sinnvoll sein. Denn der Verzicht drückt auch das Gewicht nach unten, was wiederrum dem Tragekomfort zugute kommen kann.
Das Headset ist aber nicht nur technisch etwas abgespeckt. Auch das Design kommt wesentlich unaufgeregter und weniger "spacig" als die Void Pro Headsets daher. Dadurch, dass man das Mikrofon abnehmen kann, kann man es also durchaus auch im Alltag in anderer Weise benutzten. Nicht vergessen sollte man, dass Corsair durch die Auslegung als Stereo-Gerät auch einen Preispunkt anvisieren kann, welcher noch dem Einstiegssegment zugeschrieben werden kann. Die UVP von circa 50$ liegt zudem fast bei der Hälfte des günstigsten Void Pro.
Corsair bewirbt das HS50 Stereo auch konkret damit, dass es nicht nur am PC, sondern auch an Konsolen seinen Einsatz finden kann. Passend dazu hat der Hersteller drei Farbvarianten angedacht. Neben dem carbon, welches wir vorliegen haben, gibt es zudem eines mit grünen und eines mit blauen Farbakzenten. Also passend zu XBox und PS4.
Lieferumfang
Der Lieferumgfang ist schnell genannt: Eine Garantieerklärung, das steckbare Mikrofon und ein Adapter für getrennten Mikrofon- und Kopfhörer-Anschluss bilden den Zusatz zum eigentlichen Headset. Schade ist es, dass Corsair beim Adapter keine Beschriftung auf den Steckern vorgenommen hat. Vertauscht man diese, bleiben die Lautsprecher zunächst stumm. Hingegen sehr gut gefällt das Mirkofon, dieses verfügt über einen Arm aus Metalelementen, so wie wir es auch beim Teufel Cage angetroffen haben.
Das Headset im Überblick | |
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Typ | Gaming-Headset mit Stereo Sound |
Bezeichnung | Corsair HS50 |
Preis | 49,99 $ (UVP) |
Homepage | www.corsair.de |
Frequenzrate | 20Hz - 20KHz |
Treibertyp | 2x 50mm Neodymium |
Empfindlichkeit | 100 dB ± 3dB @ 1KHz |
Verbindung | Klinke 3,5mm (fest angebracht) |
Besonderheiten | ~1,8m Kabellänge Mikrofon abnhembar Anschluss-Adapter enthalten |
Das Äußere - Design und Features
Von Corsair wurde uns das HS50 Stereo in der Farbgebung Carbon zur Verfügung gestellt. Des Weiteren ist das Headset auch mit grünen oder blauen Farbakzenten erhältlich. Diese werden als Ring um das schwarze Gitter auf den Außenseiten der Ohrmuscheln angebracht sowie in die Naht des Kopfbügelpolsters aufgenommen. In der Carbon Version sind allerdings keine Elemente in "Racing-Optik" zu finden. Eigentlich ist es einfach komplett in schwarz gehalten.
Bei der Konstruktion setzt Corsair auf einen Kopfbügel, welcher auf beiden Seiten ausziebahre Elemente besitzt. An den Ohrmuscheln sind die Bügel leich drehbar gelagert, wobei der Winkel knapp bemessen ist. Um das Headset an den Kopf anzupassen sind die Einstellmöglichkeiten jedoch ausreichend, zumindest bei den Köpfen unserer Redaktion.
Der Kopfbügel ist von Innen mit einem leichten Polster versehen, welches mit einer Rautennaht abgesteppt ist. Bei dem niedrigen Preispunkt auf jeden Fall eine Überraschung. Denn dies wirkt sehr hochwertig. Hochwertig wirkt auch der Rest der Verarbeitung an sich. Das Kunststoff erscheint sehr dick und die beweglichen Elemente machen nicht den Eindruck, als würden sie ihren Dienst in den nächsten Monaten quittieren.
Hinter den Metallgittern auf den Außenseiten verbirgt sich je ein 50mm Neodymium Treiber. Angegeben werden diese mit einem Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Herz. Die Nennimpedanz beträgt 32 Ohm bei 1 kHz. Rein von den Spezifikationen her, findet man diese Lautsrpecher auch in höherpreisigen Modellen. Einen farblichen Akzent konnte sich Corsair bei den Kopfhörern aber nicht verkneifen und hat auf den Metallgittern das Firmen-Logo angebracht.
Wie man den vorherigen Bildern entnehmen konnte, ist das Mikrofon abnehm- bzw. ansteckbar. Die Klinkebuchse liegt tief in der Ohrmuschel und wird bei nichtgebrauch von einem Gummi-Stöpsel vor Staub und Dreck geschützt. Auch wenn der Sitz des Mikrofons durch die Form des Steckers vorgegeben ist, ist es dennoch sehr flexibel. Denn der Arm besteht aus kleinen Metallelementen und ist komplett biegbar. Eine Anpassung der Lage erfolgt daher leicht, bleibt aber bestehen. Was sehr nützlich sein kann, ist der mechanische Stummschalter sowie das Lautstärkerad. Gerade im Betrieb an einer Konsole wäre beides ansonsten nicht auf die Schnelle zu Kontrollieren.
Was nicht ganz so gut gefällt ist, dass das Kabel fest an der Ohrmuschel befestigt ist. Auf Grund des dicken Gummi-Mantels des Kabels gehen wir zwar nicht davon aus, dass es hier schnell zu mechanischen Schäden kommt. Nichtsdestotrotz kann man dies nie ausschließen. Zudem ist das Kabel für einen Einsatz z. B. am PS4 Kontroller extrem lang, sodass der Wechsel auf ein kürzeres eine willkomene Funktion wäre. Clever ist auch, dass am Kabel ein Klettband befestigt ist wodurch man das Kebl immer wieder zusammensortieren kann.
Der Praxistest
Das Layout des Corsair HS50 Stereo kann man als gelungen ansehen. Dies betrifft nicht nur den Steckmechanismus des Mirkofons und die Lage der Bedienungselemente, sondern vor allem auch das Tragegefühl. Denn das geringe Gewicht macht sich tatsächlich gut bemerkbar. Selbst nach längerem Gebrauch wirkt das Headset nicht störend. Gehalten wird es durch den seitlichen Druck auf den Kopf sowie durch das Kopfband. Lediglich die Ohrpolster könnten geringfügig dicker sein. Denn etwas größere oder abstehende Ohren kommen schon in Tuchfühlung mit der Innenseite der Muscheln. Dies bleibt aber alles im Rahmen des Erträglichen.
Probleme mit Wiedergabegeräten konnten wir zu keinem Zeitpunkt feststellen. Ob Smartphone, Konsole oder PC - Dank der Softwarelosen Funktion konnte das Headset immer direkt genutzt werden.
Die Qualität der Materialien ist insgesamt okay. Die Kunststoff- und Metallelemente wirken sehr robust, jedoch machen wir uns bei den Kunstlederteilen etwas Sorgen, dass diese nicht so ausdauernd sind. Die Bezüge wirkren nämlich sehr dünnen und wenig strapazierfähig. Einen Langzeittest können wir auf Grund des kurzfristigen Versands leider nicht anbieten. Wie gesagt, macht der Rest aber auch durch das verwendete ABS einen sehr soliden Eindruck. Das trifft auch auf das Kabel zu. Dieses wirkt nicht sehr elegant, jedoch sollte die dicke Gummi-Ummantellung mechanische Schäden vorbeugen können.
Um den Klang des HS50 beurteilen zu können, wurde es bei Spielen, aber auch Filmen und Musik eingesetzt. Folgend eine Auswahl des Testszenarios.
- Spiel: Fifa 18
- Spiel: Assassins Creed: Origins
- Spiel: Gran Turismo Sport
- Film: Guardians of the Galaxy Vol. 2
- Film: Rogue One: A Star Wars Story
- diverse 7.1 Testsounds
- Musik: Camelphat & Elderbrook - Cola
- Musik: Kontra K - Soldaten 2.0
- Musik: Limp Bizkit - Shotgun
Das Corsair HS50 Stereo haben wir wieder im vorgesehnen Rahmen getestet. Aber auch wenn es als Gaming Headset deklariert wird, sollten natürlich auch Musik und Filme ebenso angetestet werden. Der Klang ist dabei insgesamt sehr geprägt von den Tiefen. Auch die Mitten sind noch sehr präsent. Die Höhen wirken hingegen nicht ganz so definiert. Stimmen werden aus dem Gesamtklang nicht so deutlich herausgearbeitet bzw. werden auch etwas vom Bass unterdrückt. Der Bass ist dabei nicht als Kicker zu verstehen, jedoch bewegt man sich gefühlt insgesamt etwas weiter im tieferen Frequenzbereich. Nicht das es falsch verstanden wird, insgesamt kann man den Klang als okay bezeichnen. Wer z. B. den Sound von Beats Kopfhörern mag, findet hier eine ähnliche Auslegung.
Auf der folgenden Seite folgt die Beurteilung bzw. der Test des Mikrofons sowie ein Vergleich mit anderen ehemaligen Testkandidaten.
Mikrofontest und Soundfiles
Beim Corsair HS50 Stereo kommt ein unidrektionales Mikrofon mit Rauschunterdrückung zum Einsatz. Es deckt einen Frequenbereich von 100 bis 10.000Hz ab, wobei die Sensibilität bei -40 dB (± 3 dB) beträgt. Die Aufnahmequalität kann man als gut bezeichnen. Rauschen wird tatsächlich sehr gut unterdrückt und die Stimme ist klar zu hören. Nicht nur die Qualität des Mikrofonarms ist also gut, sondern auch das verbaute Mikrofon selber.
Die Sprachaufnahme wurde mit dem Standard Windows Audiorecorder durchgeführt und nicht weiter bearbeitet. Es fand lediglich eine Umwandlung zur MP3-Datei statt.
Demo Sprachfile |
Corsair HS50 Stereo |
Damit ihr einen besseren Vergleich zu anderen Headset-Mikrofonen habt könnt ihr in der folgenden Liste die bisher getesteten Geräte noch einmal hören.
Demo Sprachfiles in der ÜbersichtTeufel CageCorsair Gaming Void Pro Surround |
Fazit
Der Markt an Gaming Peripherie wird immer unübersichtlicher und weiter vollgestopft mit Produkten, die sich mit besonderer Optik hervortun wollen. Das Corsair HS50 Stereo geht hier einen etwas anderen Weg. Auffallen ist hier nicht unbedingt die Devise. Das Design, besonders in der Carbon-Variante, ist sehr schlicht und lässt nicht zwangsläufig auf Gaming schließen. Zudem handelt es sich bei dem Headset um eines der wenigen Produkte der letzten Zeit, welches keine Beleuchtung beinhaltet. Also was bekommt man dann geboten?
Insgesamt kann das Headset mit einer gute Qualität überzeugen. Das ABS Kunststoff ist sehr robust und die Gelenke bzw. beweglichen Teile wirken auch sehr langlebig. Der punktuelle Einsatz von Metall bekräftigt diesen Eindruck, jedoch führt dieser nicht dazu, dass das Gewicht hoch ausfällt. Denn dadurch, dass hier auf einen Klinke-Anschluss gesetzt wird und keine erschwerender USB Soundkarte zum Einsatz kommt, ist die Basis generell bereits eher leicht. Der Tragekomfort ist allgemein als gut zu bezeichnen, wobei die Ohrpolster etwas dicker ausfallen könnten. Nicht nur das es bei größeren Ohren zu Platzproblemen kommen könnte, auch ist fraglich ob der Schaumstoff, aber auch das Kunstleder sehr langlebig sind.
Klangtechnisch erhält man ein vernünftiges Wiedergabegerät. Insgesamt rutscht es zwar etwas in die unteren Frequenzbereich und wirkt dadurch etwas basslastig, aber dennoch weiß der Sound zu gefallen. Das Mikrofon kann ebenfalls überzeugen. Die Sprachqualität ist sehr rein und Störgeräusche werden gut herausgefiltert.
Fasst man die Bewertung zusammen, erhält man ein sehr solides Headset, welches echte Allrounderqualitäten besitzt. Denn durch den Klinke-Anschluss kann man es nicht nur am PC, sondern auch an Konsolen oder dem Smartphone benutzen. Besonders gut gefällt uns die Leistung in anbetracht des Preises. Denn mit lediglich 50$ kostet es beinahe nur halb so viel wie die Hauseigene Konkurrenz in Form des Corsair Void Pro. Somit erhält das Corsair HS50 Stereo unseren Preis-Leistungs-Award.
Corsair HS50 Stereo | ||
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Pro | Contra | ![]() |
+ vergleichbar günstig | - Ohrpolster etwas dünn |
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