Auch mit längerer Verweildauer auf dem Markt will die Entwicklung von Kühlern für den mächtigen Sockel TR4 nicht richtig in Schwung kommen. Lediglich vier Luftkühler sind bislang mit passendem Montagekit erhältlich. Bei All in One Wasserkühlungen sieht etwas besser aus. Zwar gibt es hier auch nur drei Modelle die speziell für den großen IHS der Threadripper Prozessoren entwickelt wurden, jedoch lassen sich mehrere Modelle per optionalem Kit umrüsten. Um eine Entscheidung für den Kauf der richtigen Kühlung zu vereinfachen, haben wir uns ein paar Kühler geschnappt und gegeneinander antreten lassen.
Wie gesagt ist die Auswahl an passenden Kühlern etwas mau. Gerade bei Luftkühlern ist das Angebot doch wirklich sehr überschaubar. Lediglich Arctic mit dem Freezer 33 TR sowie Noctua mit der NH-U-Serie haben sich bislang getraut, einen Luftkühler zu entwickeln der mit der enormen Abwärme der Threadripper CPUs zurechtkommen will. Besagte Modelle mussten sich in einem Praxistest beweisen und die Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Zudem haben wir die be quiet! Silent Loop 360 mit aufgenommen, da diese mit ihrem Kupferradiator und der quadratischen Kühlfläche etwas spezieller am AiO Markt auffällt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir das Roundup noch um weitere Kühler ergänzen, insofern noch welche den Markt erreichen. Zudem haben wir als Vertreter der Asetek Wasserkühlungen die Corsair H115i durch den Parcours gejagt.
Folgend die Links direkt zu der Einzelbetrachtung der Kühler.
▪ Arctic Freezer 33 TR
▪ be quiet! Silent Loop 360
▪ Corsair H115i
▪ Noctua NH-U9 TR4-SP3
▪ Noctua NH-U12S TR4-SP3
▪ Noctua NH-U14S TR4-SP3
AMD Threadripper Testsystem
Da wir unser eigentliches Kühler-Testsystem nicht zerpflücken wollten, wurden die Tests der Threadripper-Kühler auf dem Benchtable, also im offenen Aufbau, durchgeführt. Nicht nur, dass uns dieses Vorgehen aktuell den Aufwand erspart hat, die gesamte Hardware aus dem Phanteks Enthoo Luxe auszutauschen, wir sind som mit auch in Zukunft etwas flexibler, sollte uns ein weiterer Kühler erreichen. Denn der offene Aufbau legt keinerlei Begrenzungen auf was Radiatorgröße oder Kühlerhöhe angeht, auch wenn unser Testgehäuse hier bereits sehr großzügig ist.
Man sollte dabei beachten, dass die Temperaturen nicht eins zu eins auf den Betrieb in einem Gehäuse übertragbar sind. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Abwärme in einem Gehäuse, bedingt durch den Luftstrom, teilweise sogar besser ausfällt, als auf einem offenen Aufbau. Der Aufbau wurde bei uns durch eine Reeven Four Eyes touch ergänzt, welche vier Lüfter steuern kann und zudem auch bei Bedarf per Temperaturfühler vier Temperaturmesswerte aufnehmen kann.
Bei der Hardware kommt das MSI X399 SLI Plus zum Einsatz. Durch den relativ hohen Spannungswandlerkühler können Kompatibilitäsprobleme gut demonstriert werden. Im restlichen Aufbau ist der Unterschied zu anderen Platinen der Plattform nicht sehr groß. Bei der CPU fiel die Wahl auf den AMD Ryzen Threadripper 1950X. Die TDP von 180W fällt zwar identisch zu den anderen Prozessoren des Sockels aus, jedoch sorgen die 16 Kerne für ordentlich Abwärme. Beim Speicher vertrauen wir wieder auf den Corsair Vengeance LPX DDR4-3200 als Quad-Kit, da der flache Heatspreader die beste Vorraussetzung für allerlei Luftkühler darstellt.
AMD TR4 Hardware Setup | ![]() ![]() ![]() | ||
Prozessor: | AMD Threadripper 1950X | ||
Mainboard: | MSI X399 SLI Plus | ||
Storage: | Samsung 850 Evo 250GB | ||
RAM: | 16GB Corsair Vengeance LPX | ||
Netzteil: | be quiet! Dark Power Pro 11 - 550W | ||
Grafikkarte: | MSI GTX 970 | ||
Betriebssystem: | Windows 10 Pro x64 |
Testverfahren / Einstellungen
Die Belastung des Prozessors übernimmt Prime 95 v29.3 (In-place large FFTs), ein forderndes Belastungsprogramm, welches eine recht gleichbleibende Belastung der CPU bietet. Der Prozessor wird 20 Minuten lang belastet, am Ende der Belastungszeit Temperatur der CPU durch den AMD Ryzen Master ausgelesen. Die Steuerung der Lüfter realisieren wir mit einem Reeven Four Eyes Touch. Die verbauten Lüfter (sei es Radiator oder Luftkühler) werden in zwei Stufen fixiert betrieben. Neben den üblichen 1.000 U/min haben wir uns auch für moderate 1.500 U/min entschieden.
Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die Temperatur der CPU in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Um realistische Werte "wie man es gewohnt ist" zu bekommen, wurden in den Tabellen jeweils 22 Grad Celsius Umgebungstemperatur hinzugerechnet. Somit sind die Angaben in den Tabellen Grad Celsius Angaben. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind Schwankungen, im Bereich von 0,5 Grad Celsius bei den gemessenen Temperaturen möglich.