Detailbetrachtungen
Die Corsair Katar Wireless hat zwei getrennte Primärtasten, was durch den großen Batterieschacht zustande kommt. Dass es aber auch anders geht, zeigt die ASUS ROG Strix Carry, bei der Primärtasten und Abdeckung aus einem Stück bestehen. Das Mausrad zwischen den beiden Tasten ist passend zu den Seitenflächen mit einem Dreiecks-Muster versehen. Etwas dahinter, getrennt durch eine Fläche mit Klarlack, befindet sich die DPI-Taste, die durch den Einsatz von Corsair's iCUE Software natürlich auch für andere Zwecke genutzt werden kann.
Zwischen dieser Taste und dem Batteriedeckel befindet sich eine Status-LED, die unter anderem die gewählte DPI-Rate als auch den Zustand der Batterie vermittelt. An der Links-Klick-Primärtaste ist auch ein Schriftzug zu sehen, welcher die neuen Corsair-Produkte ziert (bpsw. die K100 oder K60 RGB Pro). In einer Linie befinden sich dann etwas weiter richtung Maus-Rücken zwei Seitentasten, die mit dem Daumen bedient werden. Bei den Primär- und Seitentasten hat man keine nennenswerten Schalter verbaut.
Der Ausbeulung im Mausrücken zieht sich nach links und rechts in die Breite, sodass die Wölbung nicht Kugel-förmig erscheint, sondern eher etwas platt-gedrückt wirkt. Aber gerade dadurch schmiegt sie sich sehr gut an die Handinnenfläche und vermittelt einen sehr guten Halt. Dies kann man allerdings von den Seitenflächen nicht behaupten, da diese nicht gummiert sind. Ein Blick auf die Unterseite zeigt zwei großzügige Gleitpads, die aus PTFE bestehen, ein sehr langlebiges Material. Einkerbungen zum Tauschen der Pads sind jedoch nicht vorhanden. Etwas ungewohnt ist auch der kleine, ovale Kringel um den Sensor. Dieser ist auch mit einem Gleitpad versehen. Da bleibt nur zu hoffen, dass dieser sich nicht all zu schnell mit Staub und Fasern zusetzt. Mit dem Schalter kann zwischen OFF, Bluetooth und SlipStream gewechselt werden. Alle weiteren Einstellungen können in der iCUE Software erfolgen.
Für einen Größenvergleich haben wir die ASUS ROG Strix Carry hinzugezogen, die vorallem einen mobilen Begleiter darstellt. Im ersten Foto ist noch einmal schön zu sehen, wie sich der "Buckel" der Corsair Katar Pro Wireless weit vorn bzw. zur Seite gezogen darstellt. Die Maus aus dem Hause ASUS ist in der Länge etwas kürzer.
Wie bei der Strix Carry damals bereits bemängelt, eignet sich diese nicht für den Palm-Grip, da diese schlichtweg einfach zu kurz ist. Die Corsair Katar Pro Wireless ist gute 15mm länger und ist somit genau passend für meine rechte Hand.
Software
Bei Corsair ist man sich einig: Alle Produkte sollen dieselbe Software nutzen. Das macht aus Sicht eines Anwendungsentwicklers, wie ich es einer bin, sogar Sinn. Denn mit dem Portieren auf eine andere Plattform muss man sich dann nur einmal auseinandersetzen - das hat Corsair getan. Corsair iCue ist nämlich auch für macOS verfügbar und bietet denselben Funktionsumfang wie die Windows-Variante. Auch für den End-Anwender bietet es enorme Vorteile, die selbsterklärend sein sollten. Die Corsair Katar Pro Wireless ist eine sehr schlichte Maus, was aber nicht bedeutet, dass der Umfang der Funktionen gering ist - nein ganz im Gegenteil, hier verstecken sich einige coole Features.
Zum Einen kann die Farbe des LED-Elementes geändert werden, sowie den entsprechenden DPI-Stufen zugewiesen werden. Leider kann die Maus nur ein einzelnes Profil speichern, welches wiederum über 4 DPI-Stufen verfügt. Alle sechs Tasten (inkl. Mausrad) können mit einer beliebigen Funktion bestückt werden, wie man es aus iCUE nicht anders kennt. Die wirklich coolen Features verstecken sich unter dem Punkt "Einstellungen" bzw. "Settings". Neben dem Status, der vermittelt, wie die Maus verbunden ist und welchen Zustand die Batterie hat, kann die Abtrasrate in 250Hz Schritten eingestellt und die Leuchtkraft der LED reguliert werden. Nun aber zu dem eigentlichen Haupt-Feature: auf der rechten Seite lassen sich Energiespar-Einstellungen festlegen. Unter anderem gibt es einen Performance- und einen Power-Saving- Mode. Letzteres fährt unter anderem die Abtastrate auf 250Hz herunter und die Maus beginnt bereits nach 10 Sekunden zu "schlafen". Bedeutet nichts anderes, als dass die Bluetooth bzw. SlipStream-Verbindung getrennt wird, um die Batterie zu schonen. Zwischen den Modi kann natürlich über ein Tastenmakro als auch über die Tastkleiste unter Windows/macOS sowie in iCUE direkt gewechselt werden. Die nachfolgenden Bilder sollen noch einmal die Beleuchtung der Maus demonstrieren. Es sind natürlich alle 16.9 Millionen Farben verfügbar.
Sensor-Genauigkeit
Gerade bei kabellosen Mäusen die für das Gaming gedacht sind, sollte man sich zuvor informieren oder selber testen, ob die Übertragungsrate und -Reichweite ausreichend ist. Nicht jeder Computer hat eine Blutooth Schnittstelle, sodass auf einen USB-Dongle zurückgegriffen werden muss. Corsair liefert diese bei der Katar Pro Wireless direkt mit, sodass beide Optionen genutzt werden können. Ich habe die Maus unter anderem an einem MacBook Pro ausprobiert; auch die Screenshots von iCUE sind am Mac entstanden. Die Verbindung via Bluetooth hat mir persönlich besser gefallen, da die Apple's MacBooks garkeine Buchse für USB-Typ-A haben, sondern gänzlich auf USB-Typ-C setzen. Klar, man kann mit einem Adapter arbeiten, und das habe ich natürlich auch ausprobiert. Die nachfolgenden Messsungen wurden jedoch an einem Windows-Computer durchgeführt. Der Abstand von Maus zu USB-Dongle beträgt ca. einen Meter Luftlinie, es musste durch einen Tisch hindurch gesendet werden.
Das obere Diagramm zeigt, dass keine Mauszeiger-Beschleunigung oder ähnliches aktiv ist. Für den Test wurde die Maus von einem Fixpunkt zu einem anderen bewegt und zurück. Das nachfolgende Diagramm zeigt, wie oft eine Abtastung des Sensors erfolgt ist. Eingestellt sind 1000 Abtastungen pro Sekunde (1000Hz). Ein Punkt stellt etwa einen Abtastvorgang dar. Das Mittelfeld befindet sich defintiv bei den eingestellten 1000 Hetz, nur wenige Punkte befinden sich oberhalb oder unterhalb. Ein kleiner Einbruch bei ca. 650ms ist dann aber doch ersichtlich; hängt aber mit der kurzen Pause zusammen, den ich beim Erreichen des zweiten Fix-Punktes auf halber Strecke eingelegt habe.
Neben der Nutzung im Office, bei der mich die Vielfalt der Makros immer wieder erfreut, habe ich auch einige Runden FPS-Shooter wie CS:GO gespielt. Auch hier konnte die Maus im Vergleich zu einer Kabelmaus sehr gut mithalten. Etwas gewöhnungsbedürftig ist aber der geringe Halt an den Seiten, da hier keine Gummipads verwendet werden. Die Daumentasten an der Seite kann ich gut erreichen, sind also optimal platziert. Der Druckpunkt der Primärtasten eignet sich sowohl für den Claw- als auch den Palmgrip, wobei ersteres mein Favorit ist. Während des Testzeitraumes von über 14 Tagen musste ich die mitgelieferte Batterie noch nicht wechseln - ebenfalls ein sehr positiver Aspekt.