Das Western Digital Netzwerkspeicher-Geräte in allen erdenklichen Kategorien und Preisklassen anbietet, sollte hinlänglich bekannt sein. Für die wenigsten ist eine rund 1500 EUR teure WD My Cloud DL4100 – 24TB interessant, bzw. schießt diese weit über das eigene Anforderungsprofil hinaus. Als kleinere Abstufungen für den Semi-Profi-Bereich werden seit einiger Zeit die EX2-Modelle angeboten, die mit der heute vorgestellten EX2 Ultra ein performance-Update hinsichtlich der Prozessorleistung und des RAMs erhalten. Wir haben uns dazu das 8TB-Modell genauer angesehen.
Allen voran steht bei der EX2 Ultra das Facelift unter der Haube. Nun befindet sich an Stelle einer Marvell ARMADA 370 Single Core CPU (SoC – 1,2GHz), ein aus dem gleichen Hause stammenden ARMADA 385 (SoC – 1,33GHz) Dual Core Chip auf der Platine. Beim RAM hat man ebenfalls aufgerüstet, von 512MB auf ein 1GB DDR3-RAM. Der Hersteller verspricht dadurch eine Verdopplung der Gesamt-Performance. Wie bei den Modellen zuvor, wird die EX2 Ultra ebenfalls als Leergehäuse (189,- EUR) oder in den Konfigurationen mit 4TB (349,- EUR), 8TB (559,- EUR) und 12TB (709,- EUR) erscheinen. Die Preise sind als UVPs zu verstehen. Als Datenträger sind logischer Weise die eigenen WD Red vorinstalliert.
Die als Semi-Professional deklarierte NAS will mit den integrierten Backup, Foto-, Musik- und Streaming-Funktionen, auch Heimkino interessierte mittels DLNA ansprechen. Gleiches gilt für den Plex Media Server. Des Weiteren finden sich eine iSCSI-Schnittstelle, eine personalisierte „Cloud“ (dazu später mehr im Test), sowie verschlüsselte Festplatten in der NAS wieder. Für die Sicherung von Windows-PCs stehen 10 Lizenzen der Backup-Software Smartware Pro zur Verfügung. Apple-User können auf die „Time Machine-Funktion“ zurückgreifen. Anders als das Topmodell WD My Cloud DL4100 – 24TB, muss die EX2 Ultra noch ein kurzes Setup durchlaufen, dazu aber auf den nachfolgenden Seiten mehr. Der bereits bei der DL4100 vorgestellte App Store ist auch wieder vorhanden, in dem u.a. Schnittstellen für Antiviren-Schutz, Content Management Systemen oder Torrent-Clients geschaffen werden.
Lieferumfang
Im knallig blauen und WD-typischen Karton befindet sich neben der NAS ein Ethernet CATe5 Kabel, das Netzteil sowie Netzkabel und auch eine Schnellinstallationsanleitung. Die Datenträger, sofern mitbestellt, sind bereits eingebaut und vorinstalliert. Ab Werk kommt die EX2 Ultra mit einem bereits aufgebauten RAID 1 Spiegel.
WD My Cloud EX2 Ultra im Überblick | |
Modellbezeichnung | My CLoud EX2 Ultra |
Preis | Ab 559 EUR (8TB) |
Einsatzgebiet | Privat/Geschäftlich |
Hersteller | www.wd.com |
Technische Daten | |
Prozessor (CPU) | Marvell ARMADA 385 1,3 GHz Dual-core |
Arbeitsspeicher | 1 GB DDR |
Betriebssystem | WD My Cloud OS |
Festplatten | 2x 3,5" WD Red NAS (WD40EFRX) |
RAID | RAID 1 (vorkonfiguriert), RAID 0, JBOD, Spanning, Volume Encryption |
HotSwap-Fähig | √ |
USB | 2x USB 3.0 |
LAN | 1x Gigabit RJ45 |
Eigenspannung | 100V bis 240V |
Größe in mm | 172(H) x 99(B) x 155(T) mm |
Gewicht (8TB) | 2,3 kg |
Anzeige und LEDs | |
Frontansicht | 1x Power LED 2x Festplatten LED (1 p. Schacht) |
Besonderheiten | |
Fernzugriff | Passwortgeschützter Fernzugriff über gesicherte Internetleitung |
Lizenz | PC zu NAS Backup (10 PCs) |
Datensicherung | Planbare regelmäßige Backups 1-Klick Back-Up-Funktion |
Garantie | 2 Jahre Herstellergarantie (ohne Festplatten) 3 Jahre Herstellergarantie (mit Festplatten) |
Verbaute HDDs - WD Red WD40EFRX
Wie sollte es auch anders sein, verbaut WD die eigene Red-Serie. In diesem Falle zwei der 4TB Modelle (WD40EFRX). Diese Festplatten kommen mit 64MB Cache daher und werden mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von maximal 5400U/min betrieben. Der Hersteller gibt die Betriebslautstärke mit 28dB(A) (Betrieb) und 25dB(A) (Leerlauf) an. Genaue Lautstärkemessungen / Einschätzungen wurden ebenfalls von uns festgehalten und dokumentiert. Die Ergebnisse finden sich bei der Lautstärkemessung.
Details und Verarbeitung
Die optische Gestaltung und Formgebung bricht aus dem bisher bekannten Muster heraus und wirkt erfrischend anders. Sicherlich nicht revolotionär, aber auf jeden Fall besser in den Wohnraum integrierbar, ohne das der Anschein eines hässlichen Technikklotz erweckt wird. Die Verarbeitungsqualität des dunkel Anthrazitfarbenen Kunststoffgehäuses ist erstklassig. Die Front ist gänzlich geschlossen bzw. gewölbt. Lediglich die drei blauen Front-LEDs sind an dieser Stelle zu finden. Ändert sich der „Zustand“ der Datenträger, leuchten die LEDs entweder rot oder gelb (Netzwerkproblem). Wer möchte kann diese auch über das Admin-Dashboard deaktivieren.
Auf der Ober-, Unter- und Rückseite befinden sich überall kleine Lüftungsschlitze, die für eine gute thermische Durchlüftung sorgen sollen. Auf der Rückseite stehen dann der RJ45-Netzwerkstecker (1 Gbit/s) sowie die beiden USB-3.0-Ports zur Verfügung. Für die Stromzufuhr muss das externe Netzteil per Stecker angeschlossen werden. Ein Kensington-Dock sorgt für die notwendige "Diebstahlsicherheit". Um einen sicheren Stand zu gewährleisten, befinden sich auf der Unterseite vier entsprechend große Gumminoppen, so dass die NAS auch nicht (weg)rutschen kann. Einige werden auch weiterhin den On-Off-Schalter vermissen, wir ebenfalls.
Die Entnahme der Datenträger erfolgt bei der My Cloud EX2 Ultra über den Deckel, der einfach hochgeklappt werden kann. Eine kleine ohne Werkzeug zu lösende Schraube sichert die Verriegelung. An den Festplatten befinden sich zusätzlich keine Kunststoff-Nasen, an denen man einfach die HDDs herausziehen kann. Eine Anwendung von Werkzeug ist nur dann notwendig, wenn andere Festplatten eingebaut werden sollen und man die Halteschrauben von den alten, an die neuen Datenträger wechselt.
Zwischen den beiden Laufwerken befindet sich die Hauptplatine. Hinter der runden Frontabdeckung sitzt ein kleiner Slim-Lüfter der für einen Luftstrom auf die Datenträger sorgen soll. Ansonsten gibt es an dieser Stelle nicht viel mehr interessantes zu vermelden, außer das auch hier die Verarbeitungsqualität ohne Fehl und Tadel ist.
Auf der nächsten Seite geht es nun weiter mit der Einrichtung sowie der umfangreichen Benutzeroberfläche und deren Einstellungsmöglichkeiten.
Setup und Benutzeroberfläche
Bei der Einrichtung muss gleich vorne Weg zwischen dem Dashboard, also der Steuerungsoberfläche der WD My Cloud und dem My Cloud Webzugang unterschieden werden. Zuletzt genanntes gibt der Hersteller als Standard vor. Heißt also, dass erst einmal der User einen Account für die Web-Schnittstelle einrichtet. Nicht ganz so schön erscheint an dieser Stelle der Zugang zum Dashboard gelöst. Das automatische Setup führt den Anwender leider nicht automatisch dort hin. Jede Produktgruppe erhält seine eigene Webadresse, in diesem Fall http://wdmycloudex2ultra – oder alternativ mittels der DHCP-IP die man aus der eigenen Netzwerkverwaltung ausgelesen hat.
Die Benutzeroberfläche
Nachdem die Erstinbetriebnahme abgeschlossen wurde, wird nach dem Login die Benutzeroberfläche des Geräts geladen. Diese bietet einen Gesamtüberblick über das System und den Status des Geräts, sowie der verbauten Datenträger. Aber nochmal zur Admin-Oberfläche: Standardmäßig ist kein Kennwort vergeben. Mittels einfacher Bestätigung ohne Kennworteingabe kommt man in die Admin-Konsole. Anschließend kann ein Passwort vergeben werden. Dies alles könnte durchaus besser gelöst werden. In der Summe und abgesehen von diesem kleinen Umstand, erscheint das Setup und die Erstinbetriebnahme sehr einfach gehalten.
Benutzerverwaltung
Das Anlegen und Verwalten von Benutzern gestaltet sich sehr einfach. Im entsprechenden Menütab lassen sich verschiedene Gruppen und Benutzer vordefinieren und zugleich mit verschiedenen Verzeichnisrechten versehen. Des Weiteren lassen sich auch weitere Benutzer und deren Berechtigungsstufen angelegen, die künftig Zugriff auf das Webinterface der My Cloud EX2-Ultra haben sollen.
Freigaben
Freigaben und Shares lassen sich einfach definieren. Die dazugehörenden Zugriffsrechte lassen sich einfach und intuitiv vergeben. Das Webinterface tut sein Übriges, um die „Regeln“ klar und deutlich zu vermitteln. Dazu zählen unter anderem öffentliche Freigabeverzeichnisse oder speziell „geschützte“.
Cloud-Zugriff
Einen der interessantesten Punkte stellt wohl die „Cloud-Konfiguration“ dar. Wurde bei der Inbetriebnahme ein My Cloud Account angelegt, so lässt er sich an dieser Stelle bearbeiten. Auch eine neue Cloud-Verbindung kann ohne großen Aufwand konfiguriert werden. Ist alles geschehen, kann mittels einfachen Eintragens von E-Mail-Adressen den gewünschten Leuten ein Account angelegt werden, der dann wiederum die Freigabeberechtigung für den Zugang via www.mycloud.com darstellt.
Sicherungen
Die My Cloud EX2-Ultra bietet dem Nutzer standardmäßig fünf verschiedene Sicherungsmöglichkeiten an. Die erste Methode, die USB-Sicherung, ermöglicht das einfache Einrichten eines Auftrags um die Daten von angeschlossenen USB-Geräten zu sichern, oder Inhalte vom NAS-System auf das USB-Gerät zu kopieren. Hierzu kann in der Maske ausgesucht werden wie der Auftrag heißt, in welche Richtung der Datentransfer durchgeführt werden soll (NAS -> USB, USB -> NAS), welche Quell- bzw. Zielverzeichnisse verwendet werden, welcher Sicherungstyp ausgeführt wird (Kopieren, Synchronisieren oder Inkrementell) und ob der Vorgang automatisch gestartet werden soll sobald das Gerät verbunden wurde.
Für die Remotesicherung benötigt man ein weiteres WD My Cloud Laufwerk auf dem die Daten des vorhandenen Geräts gesichert werden können. Dabei werden die Freigaben und Daten dieses System zu den bereits vorhandenen Daten auf dem Zielsystem kopiert. Um diesen Auftrag zu erstellen, müssen die Zugangsdaten des anderen NAS-Geräts eingegeben werden um dann anschließend eine gesicherte SSH-Verbindung Herzustellen zu können. Die Sicherungsfunktion kann somit die Daten auf ein anderes Gerät übertragen, welches sich im selben Netzwerk befindet aber Beispielsweise in einer anderen Brandschutzzone platziert ist. Alternativ lassen sich die Daten über den My Cloud-Dienst und der gesicherten SSH-Verbindung an ein Gerät senden, welches sich an einen komplett anderen Standort befindet.
Bei der Internen Sicherung besteht die Möglichkeit, einen Auftrag zu erstellen um die Daten der NAS zu sichern. Hierzu wird ein Quellordner ausgesucht aus welchem die Daten gesichert werden sollen, sowie ein Zielordner zu welchem die Daten kopiert werden sollen. Dieser Vorgang kann auch als „Serie“ konfiguriert werden, welche den Sicherungsauftrag automatisiert. Die „Serien“ können täglich, wöchentlich oder monatlich, zu einer fest definierten Uhrzeit ausgewählt werden.
Für die Cloud-Sicherungen wird ein zusätzlicher externer Dienstleister hinzugezogen. Zur Auswahl stehen ElephantDrive und AmazonS3. Bei diesem Verfahren werden die Daten nochmals bei einen der externen Anbieter gesichert, das heißt, dass eine Sicherung der Daten an einen anderen Standort vorhanden ist, welches in einen Worst-Case Szenario den völligen Datenverlust verhindern würde.
Bei dem Letzen Punkt des Menüs geht es um die Sicherung der Dateien auf einer Kamera, entsprechend einfach ist der Name Kamera-Einstellungen gehalten. Hier bietet das EX2 Ultra die Möglichkeit, die Übertragung der Dateien zu automatisieren indem angegeben werden kann, ob dies automatisch erfolgen soll sobald die Kamera angeschlossen wird und ob die Dateien kopiert oder verschoben werden sollen.
Speicher
Im Speicher-Tab lassen sich unter anderem die Datenträgerkonfiguration und der Zustand des RAID-Spiegels einsehen. Weitere Möglichkeiten die in dem Speicherreiter geboten werden sind die Aktivierung der iSCSI-Funktion sowie die Erstellung von virtuellen Volumen, um die Datenträger „logisch“ zu unterteilen.
Apps
Grundlegende Apps können direkt per Webinterface installiert werden. Des Weiteren bietet die EX2 Ultra auch wie die DL4100 die Möglichkeit, HTTP-Downloads zu automatisieren. Dazu muss lediglich die URL, der Speicherort und die Serie bzw. die Wiederholungsrate des Vorgangs angegeben werden. Auch das Up-/Downloaden von FTP-Dateien lässt sich automatisieren. so kann z. B. eine Sicherung des FTP-Servers gemacht werden auf dem die Firmenwebseite liegt. Weiterhin werden dem Benutzer P2P-Torrent Downloads und Uploads ermöglicht, auch diese können automatisiert werden.
Im Webdateibetrachter kann der Anwender alle Freigaben und Ordner einsehen, die sich auf dem My Cloud Laufwerk befinden. Zusätzlich hat der User hier die Möglichkeit, Daten gezielt von einen USB-Gerät zu kopieren, diese Methode wird auch vom Western Digital empfohlen, da der Webdateibetrachter direkt auf der NAS arbeitet und somit große Datenmengen in kurzer Zeit übertragen werden können.
Einstellungen
Die Menü-Einstellungen halten mit die meisten Drehregler für den Anwender bereit. Angefangen von den rudimentären Punkten, bis hin zu detaillierten Netzwerk-Konfigurationen sind genügen Setup-Möglichkeiten vorhanden.
Im Netzwerk-Reiter finden sich alle bekanntesten Dienste die zum effektiven Arbeiten benötigt werden. Dazu zählen unter anderem die Windows-Dienste, FTP, NFS, SNMP, SSH oder das dynamisch DNS-Setup. IPv4 und IPv6 lassen statisch oder dynamisch zuteilen. Es wäre zu viel alles an dieser Stelle aufzuzählen, die Bilder sprechen für sich:
Unter dem Menüeintrag Medien sind lediglich zwei Einstellungen verfügbar, zum einen das Medienstreaming über den DLNA-zertifizierten Twonky Medienserver und die Verwaltung der iTunes Datenbank. Wenn eine dieser Optionen aktiviert werden sollte, muss diese für jede Freigabe in dem Freigaben Tab konfiguriert werden.
Der Menüreiter Hilfsprogramm verbirgt verschiedene Systemdiagnose-Tools. Es können verschiedenen Tests ausgeführt werden um das System zu überprüfen, aber auch die Standarteinstellungen lassen sich hier wiederherstellen. Des Weiteren kann eine Kopie der Systemkonfiguration exportiert oder auch importiert werden, das System kann Heruntergefahren oder neu gestartet werden und die Datenträger können überprüft oder auch Formatiert werden.
Um immer auf den aktuellsten Stand seiner „Cloud“ zu sein, bietet WD die Möglichkeit, sich an Hand bestimmter Szenarien Mitteilungen zusenden zu lassen. Ob nun E-Mails oder SMS` kann der Anwender sich selbst aussuchen. Wählen kann man an dieser Stelle noch bei „Kritischen Fehlermeldungen“, und „Warnungen“ oder alle „Meldungen und Fehler“.
Firmware-Aktualisierungen bzw. Suchen erfolgen entweder nach dem hinterlegten Zeitplan und werden dann automatisch installiert, oder man erledigt dies manuell mit einer entsprechenden Update-Datei.
Virenscanner als App
Ein weiterer wichtigerer Punkt um die Erreichbarkeit der Daten zu gewährleisten ist sicherzustellen, dass die Daten und die Datenquellen nicht von Malware befallen werden. Dieses ist auf einen NAS-System nicht immer einfach, da ein Benutzer unwissentlich eine Datei auf den NAS-Server kopieren könnte welche korrumpiert ist.
Der Scanner prüft aktiv die Daten die auf dem NAS liegen. Auch die Daten die auf die NAS kopiert werden sollen, werden vom Virenscanner überprüft. Sobald sie installiert ist, kann die Anti-Virus Essentials App so eingerichtet und konfiguriert werden, dass diese am effektivsten arbeiten kann. Es können regelmäßige Suchläufe eingeplant werden, es kann der Status der Virendefinitionsdatenbank überprüft werden und es lassen sich auch Ordner sowie Dateien aus der Prüfung ausschließen.
Medienserver
An dieser Stelle hätten wir gern detailliert den Punkt des Plex-Medien-Server betrachtet und die Funktionen im Zusammenspiel mit der WD My Cloud EX2 Ultra erklärt. Leider stand bis zum Release des Produkts keine lauffähige Version seitens Plex zur Verfügung. Sollte die Software vom Anbieter bereitgestellt werden, wird dieser Bereich auch nachgetragen!
Testsystem und Komponenten im Überblick
Bei den Tests der NAS-Systeme wird explizit auf ein dediziertes Testsystem verzichtet. Um Bedingungen zu schaffen die möglichst einer realen Arbeitsumgebung entsprechen, wird zum Testen der Datentransferrate der HW-Journal Redaktions-PC verwendet. Die komplette Testmethodik zum Erfassen und der Transferleistung eines NAS-Systems, haben wir in einem separaten Vorstellungsbeitrag (NAS-Testsystem) dokumentiert.
Redaktions-PC bzw. NAS-Setup | ||
Prozessor: | Intel Core i7-4770K | |
Mainboard: | MSI Z97S SLI Krait | |
Kühlung: | EKL Alpenföhn Matterhorn - weiß | |
SSD: | SanDisk Extreme Pro - 240GB | |
RAM: | Corsair Vengeance Pro 2x8GB | |
Netzteil: | beQuiet Pure Power L8-CM 430W | |
Grafikkarte: | MSI GTX 970 4GD5T | |
Betriebssystem: | Microsoft Windows 7 Home Premium x64 | |
Benchmarks
Bei den Benchmarks für NAS-Systeme greifen wir auf eine Konstellation von praxisnahen Methoden zurück. So lässt sich durch ausgewählte Tests die reelle Leistungsbemessung für den Endbenutzer bestimmen und zusammenzufassen. Die Übertragungsgeschwindigkeit wird mit RoboCopy ermittelt. Es werden jeweils abwechselnd eine .ISO-Datei, eine Bilder Bibliothek und eine MP3-Sammlung drei Mal von dem PC auf das NAS-System und von dem NAS-System auf den Computer Kopiert. Näheres zu den Testverfahren haben wir ausführlich im separaten Artikel bzw. NAS-Testsystem-Vorstellung aufbereitet. Des Weiteren wurde jeweils die maximale Übertragungsrate, der Stromverbrauch im Stand-By und unter Belastung sowie die Lautstärkeentwicklung geprüft.Link Aggregation war nicht aktiviert, bzw. bietet die WD My Cloud EX2 Ultra diese Funktion gar nicht.
Bei den Datentransfertests wurde eine maximale Datenübertragungsrate von 113 MB/s erzielt, so wurde die 3,31GB .ISO-Datei in durchschnittlich 31 Sekunden auf die NAS übertragen bzw. in 30 Sekunden auf den Rechner kopiert. Weiteres auffällig positives Verhalten zeigt sich auch beim Lesen und Schreiben der MP3-Kollektion sowie der Bildergallierie. Bei letzterer zeigt die NAS kleine Performance-Einbrüche als es dann darum ging, die rund 4GB an Bildern (870 Elemente) auf die Datenträger zu schreiben. In der Summe sind dies aber sehr gute Werte welche unter realitätsnahen Bedingungen ermittelt wurden.
Leistungsaufnahme
Beim Stromverbrauch des NAS-Systems werden fünf verschiedene "Stadien" analysiert. Es wird der Stromverbrauch beim Einschalten des Geräts, bei einer „normalen“ Datentransferaufgabe, im Ruhezustand, im Standby und im ausgeschalteten Zustand geprüft. Nachfolgend die Ergebnisse des Tests.
Hinsichtlich des Verbrauchs bzw. der Leistungsaufnahme entpuppte sich die NAS als sparsames kleines Modell. Lediglich ein kurzeitiger Peak beim Hochfahren schlug etwas heraus. Ansonsten veranschlagt das Laufwerk im Schnitt 10-17 Watt, was auf das Jahr überschlagen rund 42,- EUR an Stromkosten bedeuten. (24h ununterbrochen eingeschaltet, 0,28 ct kWh). In Summe und im Vergleich sehr verträglich!
Lautstärkemessungen
Bei der Lautstärkemessung gehen wir von vier verschiedenen zuständen des Geräts aus. Es wurde die Lautstärke beim Hochfahren, beim Schreiben auf die NAS, beim Lesen von Daten vom NAS und im „Leerlauf“ bzw. ohne aktive Zugriffe gemessen. Wie von Intel gewohnt, werden beim starten des Geräts die Lüfter auf volle Leistung gebracht, dieser Vorgang dauert ungefähr eine Minute, anschließend wechselt der Lüfter in den „normalen“ Betriebsmodus.
Die Grundgeräusch ist definitiv nicht als störend zu bezeichnen. Der kleine Frontlüfter dreht leise seine Runden. Sofern man nicht allein in einem Büro sitzt ohne jegliche Geräusche, wird die NAS keinesfalls wahrgenommen. Bei kleineren Lese- und Schreibvorgängen von bzw. auf den Datenträger ändert sich eher selten etwas daran. Lediglich die Zugriffgriffe auf die HDDs sind zu merken / hören. Um das "Maximale" zu fordern, haben wir all die angewandten Testszenarien gleichzeitig gestartet, erst die damit erzeugte Last brachte den verbauten Lüfter dazu, die Drehzahl zu erhöhen. Sind die Temperaturen wieder im "normalen Bereich" angekommen, wird die Lüfterdrehzahl automatisch reduziert. Im normalen Alltag ohne permanter Last ist das Laufwerk kaum zu vernehmen. Steht die WD My Cloud EX2 Ultra unter einem Tisch, dann erst recht nicht. Kommen wir abschließend zum Fazit.
Fazit
Mit der My Cloud EX2 hat Western Digital bereits seit einiger Zeit bereits ein ausgereiftes Prosumer-NAS-Produkt im Angebot. Mit der überarbeiteten Version, also der EX2-Ultra, wird dieses nun nochmals performanter und hat leistungsstärkere Hardware zur Seite gestellt bekommen. In der Vergangenheit wurde oftmals die Schreib- bzw. Leseleistung angekreidet, welche sich mittlerweile nachweislich stark verbessert hat. Aber erstmal von vorn:
Das von uns vorgestellte 8TB Modell hat zwei WD Red HDDs (WD40EFRX) spendiert bekommen, die laufruhig ihren Dienst verrichten. Im Zusammenspiel mit dem hervorragend verarbeitetem Gehäuse sowie der Formgebung, welche sich aus dem technischen Einheitsbrei bekannter Kreationen erhebt und NAS-Systeme somit auch wohnzimmertauglich werden lässt, zählen ganz klar zu den optischen Stärken. Unter der Haube verrichtet der nun 1,3 GHz schnelle Marvell ARMADA 385 Dual Core Prozessor (SoC) sowie ein 1GB DDR3-RAM tadellose Arbeit. Der Hersteller verspricht mit der EX2 Ultra eine Verdopplung der Leistung. Die ermittelten Werte sprechen an dieser Stelle klare Bänder. Auch was den Verbrauch angeht kann die NAS punkten, sehr moderate Verbrauchswerte lassen das My Cloud Laufwerk sehr attraktiv erscheinen.
Mittels der Web-Schnittstelle hat der Anwender die Möglichkeit, seine „eigene Cloud“ zu schaffen, ohne dabei die eigenen Dateien auf fremden Storage ablegen zu müssen. Die Benutzerverwaltung und die praktische Umsetzung erscheinen an dieser Stelle sehr ausgereift. Für das eigene Heimnetz bietet sich das Laufwerk ebenfalls wunderbar an, da der integrierte App-Store einiges an Zusatzfunktionen bereithält. Federführend an dieser Stelle der Plex-Media-Server, welcher schon von anderen Modellen wie der WD My Cloud DL4100 bekannt ist. Aktuell stand noch keine lauffähige Version zur Verfügung, wir werden diesen Bereich noch nachtragen. Die Ausführungen könnten an dieser Stelle noch viel weiter führen, würden an aber vermutlich den Umfang sprengen.
Für das unbestückte Chassis verlangt WD 189,- EUR. Für die Versionen mit 4TB (349,- EUR), das hier vorgestellte 8TB-Modell 559,- EUR und für 12TB muss man 709,- EUR auf den Tisch legen. Dies sind die aktuellen UVPs des Herstellers (Stand 17.02.2016)
Western Digital My Cloud EX2 Ultra - 8TB | ||
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+ Vorkonfiguriert (RAID-Spiegel) - Zeitersparnis | - "Noch" überschaubare Anzahl an Apps |
Die Summe aller Punkte, trotz Kritik, ergibt ein sehr performantes und platzsparendes NAS was den Großteil aller Nutzer zufriden stellen wird. Die Leistungs- und Verbrauchswerte gaben ebenfalls keinen Anlass zur Kritik, eher zum Lob. Schlussendlich können wir der WD My Cloud EX2 Ultra 8TB eine klare Kaufempfehlung aussprechen!
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