Mit dem Sennheiser GSX 1000 hat seit längerer Zeit mal wieder ein "Soundkarte" die Redaktion erreicht. Genau genommen bezeichnet der Hersteller das Gerät als Audioverstärker, welcher für den PC und Mac geeignet ist. Ohne zusätzliche Software soll nicht nur ein guter Klang geboten werden, sondern auch ein virtueller 7.1 Surround Sound sowie verschiedene Modi um diesen weiter anzupassen. Dabei soll nicht nur der angeschlossene Kopfhörer profitieren, auch Mikrofon und Lautsprecher können angeschlossen werden und der GSX als Switch fungieren lassen.
Kopfhörerverstärker erfreuen sich einer immer höheren Beliebtheit. Denn auch wenn die Audio Codecs auf Mainboards mittlerweile einen guten Job verrichten, können einige Kopfhörer oder auch Headsets nicht wirklich gefordert werden. Gerade Headsets vom Kaliber eines beyerdynamic MMX300 Gen2 oder Sennheiser GSP 600 können erst richtig ihr Können beweisen, wenn sie durch eine adäquate Quelle mit Audiodatein versorgt werden. Nicht nur diesen Punkt soll der Sennheiser GSX 1000 bedienen können. Den Worten des Herstellers nach ist der 7.1 Virtual-Sound-Algorythmus zukunftsweisend und soll speziell auf Gamer zugeschnitten sein. Damit hebt sich der DAC von klassichen Mitbewerbern etwas ab.
Der Lieferumfang des Sennheiser GSX 1000 ist, milde gesprochen, karg. Enthalten ist eine Quickstart Anleitung sowie ein MicroUSB Kabel. Dieses liefert die Energie sowie die Audiodaten vom Rechner. Daher sind die 1,2m etwas kurz bemessen.
Der Verstärker im Überblick | |
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Typ | Audioverstärker, DAC |
Bezeichnung | Sennheiser GSX 1000 |
Preis | ~ 171 € |
Homepage | www.sennheiser.de |
Kopfhörer | |
Frequenz | 0 bis 48 kHz |
THD | 0,005 % @ -3dBFS |
Auflösung | 7.1: 44,1 kHz @ 16 bit 7.1: 48,0 kHz @ 16 bit 2.0: 44,1 kHz @ 16 bit 2.0: 48,0 kHz @ 16 bit 2.0: 96,0 kHz @ 32 bit |
Impedanz | 16 bis 150 Ohm (Empfehlung) |
Max. Output | 1 V RMS @ 32 Ohm |
Line Out | |
Frequenz | 15 Hz bis 48 kHz |
Max. Output | 1 V RMS @ 10 Ohm |
weitere Spezifikationen | |
Verbindung | 2x 3,5mm Klinke Ausgang (Kopfhörer & Lautsprecher) 1x 3,5mm Klinke Eingang (Mikrofon) 1x MicroUSB (Dateneingang & Stromversorgung) |
Maße | 143 x 70 x 139 mm |
Besonderheiten |
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Sennheiser GSX 1000 im Detail
Der Sennheiser GSX 1000 ist kaum größer als eine Schachtel Zigaretten, soll aber dennoch einiges unter der Haube haben. Bevor es an die inneren Werte geht, wird aber zunächst ein Blick auf die Äußerlichkeiten geworfen. Der schwarze Kunststoffquader wird auf der Oberseite von dem großen Drehrad dominiert. Die Silber eingefärbte Steuerungseinheit besteht aus Metall und lässt sich ohne Rasterung mit geringem Wiederstand drehen.
Viel interessanter ist dabei jedoch, was sich im innneren Bereich des Rades befindet. Hier hausen nämlich zweifarbige (Rot und Weiß) Anzeigeelemente, welche zudem über eine Berührungsfunktion verfügen. In der Mitte prangert groß die Lautstärke-Anzeige als 2-Digit-Element, welches zugleich der Systemlautstärke entspricht. Während alle anderen Anzeigen nach kurzer Zeit ausgeblendet werden, leuchtet die Lautstärkeanzeige mit gedimmter Helligkeit immer weiter.
Die anderen Elemente treten erst dann in Erscheinung, nähert man sich der Oberfläche (~5 cm). Um das mittlere Element werden bis zu sechs weitere angezeigt, je nach Modi. Um welche es sich konkret handelt, und was diese bewirken, wird weiter unten geklärt. In den vier Ecken befinden sich Bedienfelder für die vier hinterlegbaren Profile. Mit nur einem Klick kann man sozusagen alle Anpassungen für den jeweiligen Einsatzzweck aktivieren. Auch dies wird weiter unten erklärt.
Eine weitere Bedienung ist an der Seite vorzufinden. Hier befindet ein Drehrad mit fühlbarer Mittelstellung, welches die Lautstärke des Mikrofons verstellt. Man kann also die Audioaus- und eingabe voneinander losgelöst einstellen. Des Weiteren findet man an der Rückseite die Anschlüsse vor. Vorhanden sind drei 3,5 mm Klinke-Buchsen, welche als Kopfhörer- und Lautsprecher-Ausgang sowie Mikrofon-Eingang belegt sind. Sennheiser liefert keine konkreten Angaben um welchen DAC es sich handelt. Maximal wird eine Auflösung von 24-bit und 96 kHz ermöglicht, was gut, aber nicht spitzenklasse ist. Dafür fällt der Klirrfaktor mit 0,005% relativ gering aus.
Was der Verstärker zu leisten vermag, wird nicht genau beziffert. Als Angabe findet man lediglich, dass Kopfhörer von 16 bis 150 Ohm empfohlen werden. Andere Kopfhörerverstärker werden nicht nur genauer gekennzeichnet, teilweise werden auch Geräte mit bis zu 600 Ohm unterstützt, was man bei der Preisklasse des GSX 1000 eigentlich auch erwarten könnte. Der Hersteller orientiert sich aber wohl an den eigenen Geräten, welche beinahe alle niederohmig sind. Zudem kann man den Audioverstärker durch einen Klappfuß etwas aufstellen, sollte man ihn auf dem Schreibtisch platzieren wollen. Weiter geht es mit dem Anschluss, den Einstellungen sowie der Bedienung.
Anschluss & Bedienung
Der Einsatz des Sennheiser GSX 1000 ist ohne großes Technikverständnis schnell zu vollziehen. Eigentlich braucht man an den Verstärker nur die entsprechenden Ausgabegeräte anschließen und ihn danach mittels USB mit dem Rechner verbinden (mindestens USB 2.0 oder Audio 1.0). Der GSX 1000 arbeitet ohne Software oder Treiber und kann direkt genutzt werden. Um den Umfang komplett genießen zu können, muss man jedoch ein paar EInstellungen vornehmen, welche in der Anleitung für Windows und Mac ausführlich erklärt werden. Eine Besonderheit gibt es, wenn man als Ausgabe 24 bit / 96 kHz wählt. Dann aktiviert man auf dem Verstärker Stereo 2.0 HD und hat folglich keine Einstellmöglichkeiten mehr. Welche es sonst gibt, wird folgend abgebildet und erklärt.
In der Mitte befindet sich die aktuelle Wiedergabe-Lautstärke. Diese zeigt die Systemlautstärke an, also nimmt man mit dem Rad auch direkten Einfluss auf diese. Da man nur eine 2-Digit Anzeige verwendet, kann man die 100% nicht darstellen. Die 99 steht also für 100% und 99% des Pegels. Eine Stummschaltung ist nur möglich, wenn man den Regler auf unter 0 stellt. Eine zusätzliche Mute-Funktion wäre ein netter Zusatz gewesen.
Oben links über der Lautstärke befindet sich der Kanal-Switch. Durch Berührung kann man schnell zwischen Lautsprechern und Kopfhörer umschalten. Der jeweils aktivierte Ausgang wird durch ein entsprechendes Symbol gekennzeichnet, welche gut differenziert werden können.
Rechts daneben befinden sich die vier Equalizer Einstellungen. Hier sind vier Modi hinterlegt. Wird neben den Balken kein Symbol angezeigt, so ist er deaktiviert. Die drei weiteren Einstellungen sind für eSport, Musik und Film voreingestellt. Eine weitere Möglichkeit zur Frequenzanpassung gibt es nicht. Wie sich die Modi verhalten wird auf der folgenden Seite erklärt.
Weiter geht es zunächst unten links mit dem Headset Symbol. Es handelt sich hierbei um die "Sidetone-Funktion", welche in drei Stufen angepasst werden kann. Ohne weitere Symbole ist die Sidetone Funktion deaktiviert. In der "+" und "++" Einstellung verstellt man dann die Stärke des "Effekts". Der Hersteller empfielt die erste Stufe für offene und on-Ear-Kopfhörer und die zweite für geschlossene Over-Ear sowie In-Ear-Kopfhörer. Die Funktion ist tatsächlich sehr wirksam, wobei die Übertragung der eigenen Stimme nicht sonderlich klar erfolgt. Bei der Ausgabe auf die Lautsprecher, steht diese Funktion natürlich nicht zur Auswahl.
Rechts daneben befindet sich die Klangmodi Einstellung. Gewählt werden kann zwischen 2.0 und 7.1. Natürlich handelt es sich beim 7.1 um eine virtuelle Umsetzung, welche dank Binauraler Rendering Engine jedoch gute Ergebnisse erzielen soll. Zur Auswahl steht die Umsetzung allerdings nur bei Kopfhörern. Lautsprecher werden verständlicherweise nur mit einem Stereo-Signal versorgt.
Die letzten beiden Funktionen stehen nur bei aktivem 7.1 zur Wahl. Links von der Mitte erscheint das Umgebungs-Symbol, welches einen Halleffekt zuschalten kann. Die ersten Sutfe ("+") wird für Semi-offene Spielumgebungen und die zweite ("++") für offene Spielwelten empfohlen. Eine Deaktivierung soll die Klangreproduktion am besten wiederspiegeln.
Rechts von der Mitte kann man den Fokus des Surround Sounds verstellen. Die Pfeile Symbolisieren, aus welcher Richtung der Klang verstärkt werden soll: Von vorne oder hinten. Keine sichtbaren Pfeile bedeutet, dass man eine zentrale Justierung gewählt hat.
Insgesamt sind die Symbole sehr deutlich ablesbar und nach kurzem Einlesen direkt zuordenbar. Schade ist, dass man weder die Dauer der automatischen Dimmfunktion ändern, noch sie gänzlich deaktivieren kann. Üblicherweise verstellt man zwar nicht ständig das Audio-Setup, jedoch sieht der Audfioverstärker bei aktivierter Beleuchtung einfach eine Spur cooler aus.
Klangcheck
Der Klangcheck wurde mit versschiedenen Headsets durchgeführt. Um die Auswirkung auf Geräte verschiedener Preisklassen zu untersuchen, wurden das Sharkoon Skiller SGH3, Lioncast LX55 USB, Sennheiser GSP 600 sowie das beyerdynamic MMX300 Gen2 herangezogen. Von ~40€ bis ~300€ soll damit ein Querschnitt über aktuelle Gaming Headsets getroffen werden. Der Vergleich erfolgt dabei immer zwischen der ggf. vorhandenen USB-Soundkarte, dem Realtek ALC1220 des MSI X470 Gaming M7 AC sowie dem Sennheiser GSX 1000.
Tatsächlich kristallisierte sich ein Unterschied in der Audiowiedergabe nur schwer heraus. Betrieben wurde der Sennheiser GSX 1000 im 24 Bit Modus, wodurch kein EQ ausgewählt werden kann, die Wiedergabe also unverfälscht erfolgte. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der GSX 1000 bei gleich eingestellter Lautstärke lauter agiert als die anderen USB-Soundkarten sowie der Realtek ALC1220. Die Unterschiede der beiden analogen Headsets (GSP600 und MMX300) zwischen GSX 1000 und ALC1220 waren dann aber schon schwerer auszumachen. Das GSP600 klang bei Rage Against the Machine (Killing In The Name) minimal tiefer und weniger akzentuiert. Beim MMX300 wirkten beim gleichen Titel die Bässe am GSX1000 etwas trockener als am ALC1220. Bei Aphex Twin (180dB) klangen die Höhen mit dem GSP600 am ALC1220 im Vergleich zum GSX 1000 etwas gekappt. Wanderwall von Oasis brachte bei beiden Headsets keinerlei Unterschied zum Vorschein.
Beim Shgarkoon Skiller SGH3 lässt sich über die Bank hinweg sagen, dass die SB1 Soaundkarte linearer klingt als die GSX 1000. Bemerkbar macht sich dies bspw. bei Stimmen bzw. Gesang, welcher sich gefühlt etwas besser aus dem Rest herauslöst. Eine deutlich Aufwertung erhält der Klang insgesamt ab auch hier nicht. Anders sieht es beim Lioncast LX55 USB aus. Dieses klingt am GSX 1000 tatäschlich als einziges Headset deutlich gereifter, als über die interne USB-Soundkarte. In allen Klangbereichen kann das LX55 zulegen und wirkt dadurch voller.
Fasst man die Eindrücke zusammen, so kann man schon von einer leichten Enttäuschung sprechen. Gerade bei den höherpreisigen Headsets hatten wir uns einen Zugewinn versprochen, welcher jedoch nur in Nuancen eingetreten ist.
7.1 Surround Sound
Im unverfälschten Stereo-Modus konnte der Audioverstärker also noch nicht wirklich überzeugen, weshalb die Hoffnung auf den 7.1 Surround Sound verlagert wurde. Wiedererwarten funktioniert dieser wirklich gut. Die Skpesis rührt daher, dass uns bislang eigentlich noch keine künstlich erzeugte Umgebungsbeschallung überzeugen konnte. In der offenen Welt von Far Cry 5 gewöhnt man sich sehr schnell an die erzeugte Klangwelt. Geht die virtuelle Erzeugung des Raumklangs oft mit einem merkwürdigem Hall einher, bleibt des Sound an der GSX 1000 in diesem Modus weiterhin klar und echt. Den ergänzbaren Hall, welcher gerade für eine offene Welt angedacht ist, fanden wir jedoch weniger gelungen und ließen diesen deaktiviert. Was ebenfalls bemerkenswert gut funktioniert, ist die Balance zwischen Front, Mitte und Hinten. Die Unterschiede sind gut raushörbar, wodurch sich verschiedene Einsatzszenarien ergeben. Stellt man auf Frontbetonung, kann man durch das Umschauen Gegner noch besser orten, da ihre Schüsse und Interaktionen sozusagen verstärkt werden. Die Betonung des Hintergrunds bietet sich dann an, wenn man am Schleichen ist und das Gehör als hintere Augen verwenden möchte.
Equalizer
Der Sennheiser GSX 1000 bietet keine individuelle Klangjustierung, sondern kommt mit vier bzw. drei Presets daher. Während sich der eSports Modus wirklich extrem abhebt, sind Film und Musik recht ähnlich abgestimmt. Die eSport Einstellung nimmt der Sound-Wiedergabe sozusagen das gesamte Bassfundament. Der Vorteil soll darin liegen, dass Schritte und andere verursachte Geräusche von Gegnern nicht durch tiefe Töne überdeckt werden. Grundsätzlich findet man so eine Abstimmung teilweise auch bei Gaming-Headsets bereits vor. In der Tat funkioniert das recht gut, aber einen klanglichen Genuss erfährt man dabei weniger. Es geht schlicht nur um die Verbesserung der Ortung, nicht um das Vergnügen.
Anders sieht es bei der Film-Abstimmung aus. Im Gegensatz zu der normalen und vor allem der eSport Abstimmung wird es deutlich dynamischer. Die Stimmenwiedergabe wird etwas hervorgehoben und der Sound gewinnt an Tiefgang. Auch diese Einstellung erfüllt ihren Zweck gut. Gleiches trifft auf die Musik Einstellung zu, welche den Bass noch einmal verstärkt. Der Ton beginnt gefühlt noch ein paar Hz weiter unten und kann mit entsprechendem Headset oder Lautsprechern nun für richtig knackige und kickende Bässe sorgen.
Was bei der unverfälschten Klangwiedergabe fehlte, reißen die Equalizer wieder ein wenig raus. Die Abstimmung wurde vom Hersteller angemessen umgesetzt, wobei der eSport Modus wirklich nur für competetives Zocken geeignet ist, da die "Klangverfälschung" stark die Lust am Game nimmt.
Mikrofonverstärker
Für den Mikrofoneingang nennt der Hersteller eine Auflösung von 16 bit und 16 kHz. Um die Auswirkungen bzw. die Qualität unter die Lupe zu nehmen, wurden wieder die genannten Headsets an entsprechenden Soundkarten eingesetzt. Der Vergleich ist hier etwas weniger Subjektiv, weil man sich mittels der folgenden Audio-Aufnahmen selbst ein Bild von der Leistung des GSX 1000 machen kann. Die Aufnahmen wurden mit Windows Sprachrekorder aufgenommen und danach in das MP3 Format umgewandelt.
Sennheiser GSP 600
Das analoge Sennheiser GSP 600 scheint ein ähnliches, wenn nicht sogar das gleiche Mikrofon wie das Sennheiser GSP 550 zu verwenden. Bereits am Realtek ALC1220 klingt es ein wenig hallig und blechern, was am Sennheiser GSX 1000 noch einmal verstärkt wird. Der Klang ist zwar sehr klar, aber auch sehr kalt bzw. elektronisch.
am ALC1220 | am Sennheiser GSX 1000 |
beyerdynamic MMX300 Gen2
Das Mikrofon des beyerdynamic MMX300 Gen2 klingt am GSX 1000 etwas monotoner und überzeichnet. Insgesamt ist der Ton tiefer und wirkt weniger echt als am Realtek ALC1220.
am ALC1220 | am Sennheiser GSX 1000 |
Sharkoon Skillder SGH3
Das Sharkoon Skiller SGH3 hält im Lieferumfang die USB Soundkarte Sharkoon SB1 bereit. Hier interessiert, wie bzw. ob sich die günstige Lösung von der teuren GSX 1000 absetzen kann. Eingesetzt wurde dabei das SGH3 bzw. dessen Mikrofon selbst. Am SB1 angeschlossen nimmt man ein deutliches Rauschen wahr, was am GSX 1000 nicht der Fall ist. Dafür klingt es auch hier etwas metallischer.
an der Sharkoon SB1 | am Sennheiser GSX 1000 |
Lioncast LX55 USB
Das Lioncast LX55 USB hat die USB Soundkarte sozusagen integriert. Auch hier interessierte, inwieweit es zu einem Unterschied kommt. Der Lautsstärkeunterschied soll hier nicht zur Debatte stehen, da dies auf einen Einstellungsfehler zurückzuführen ist. Die eigentliche Sprachaufzeichnung ist aber recht ähnlich. Am GSX 1000 ist die Klangfarbe hier jedoch etwas tiefer.
interne USB Soundkarte | am Sennheiser GSX 1000 |
Die Eindrücke sind insgesamt eher zwiegespalten. Die Aufnahmen sind zwar immer verständlich, aber nicht wirklich besser. Zum Teil wirkt die Stimme metallischer, elektronischer oder auch tiefer. In gewisser Weise aber einfach nicht sehr realistisch bzw. echt.
Fazit
Das Fazit des Sennheiser GSX 1000 leidet insgesamt unter dem Gesichtspunkt des hohen Preises. Aber fangen wir weiter vorne an. Der sogenannte Audioverstärker kann optisch durch die gute Verarbeitung und das coole Design zunächst Punkte sammeln. Das Metalldrehrad fühlt sich sehr wertig an und dreht sehr geschmeidig. Die beleuchteten Symbole sind gut lesbar und nach kurzem Einlesen auch eindeutig zuordenbar. Durch die automatische Dimmung gibt es auf dem Schreibtisch auch keine störende Lichtorgel. Annährungs- sowie Touchfunktionen haben im Testbetrieb exzelent funktioniert. Auch die Anleitung ist gut aufgemacht, sodass auch von unerfahrenen Nutzern die wenigen zu treffenden Einstellungen vorgenommen werden können. Anschlusstechnisch lässt sich bemängeln, dass das mitgelieferte USB-Kabel länger sein dürfte, um einfach dem Aufstellort mehr Freiheiten zu gönnen. Das Switchen zwischen den Ausgängen hat sich indes als sehr nützlich erwiesen.
Kommen wir zu den Klangeigenschaften. Hier liefert der GSX 1000 an hochwertigen Headsets eine gut Performacne ab, allerdings auch kaum zu unterschieden von einem guten OnBoard Sound. Klanglich sind es wirklich nur Nuancen, die zwischen den Lösungen liegen. Wirklich spürbar ist der Unterschied im Vergleich zu einfachen USB-Soundkarten und den dazugehörigen günstigen Headsets. Diese erfahren etwas mehr Details und klingen weniger linear. Einen deutlich positiveren Eindruck hinterlässt das Zuschalten der Equalizer, zumindest der für Filme und Musik. Beide sind gut abgestimmt bzw. bieten eine angemessene Hervorhebung der wichtigen Frequenzbereiche. Nutzbar sind diese allerdings nur mit 16 Bit/ 48 kHz. Bei 24 Bit/ 96 kHz sind alle Zusatzfunktionen deaktiviert. Dies gilt auch für den wirklich brauchbaren virtuellen 7.1 Surround Sound. In Spielen macht dieser einen super Job und verleiht deutlich mehr Räumlichkeit, ohne unschöne Nebeneffekte. Die zusätzlichen Hallfunktionen sind wiederrum Geschmacksache, konnten uns allerdings nicht wirklich überzeugen. Anders sieht es mit der Richtungsbetonung aus, die in verschiedenen Spielsituationen schon ein Zugewinn sein kann.
Auf der Habenseite stehen insgesamt schon einige positive Punkte, allerdings erkauft man sich diese mit einem sehr stolzen Preis von aktuell ~172€. Einen direkten Kontrahenten gibt es für den Sennheiser GSX 1000 allerdings auch nicht, da das Featureset so eigentlich schon einzigartig ist. Benötigt man bspw. kein Switch oder löst dies Softwareseitig, gibt es mit dem Creative SoundBlasterX G6 jedoch eine günstigere Alternative, welche ebenfalls ein Mikrofoneingang bietet. Die meisten anderen hochwertigeren DACs am Markt sind eher nicht für das Gaming ausgelegt und bieten diesen eben nicht. Dennoch bleibt es fraglich, ob die genannten positiven Aspekte den Preis rechtfertigen.
Sennheiser GSX 1000 | ||
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+ gute Klangverarbeitung... | - ... aber nicht überragend |