SteelSeries hat die Headset-Reihe Siberia schon seit einiger Zeit auf dem Markt und stellt immer wieder Refreshs oder komplett neue Modelle vor. Das Siberia 200 gibt es bereits seit Ende 2015 und ist der Nachfolger des beliebten Siberia v2. Für die Beschallung sorgen zwei 50mm Treiber und ein ausfahrbares Mikro soll die Stimme klar wiedergeben können. Angeschlossen wird es über zwei Klinkenstecker, somit ist das Headset kompatibel zu PC, Mac und anderen Mobilgeräten. Ob das Headset im Konkurrenzkampf durchhalten kann, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.
Lieferumfang
- Headset
- kurze Gebrauchsanweisung
- Sticker (SteelSeries-Schriftzug)
- Klinken-Adapter (2-auf-1)
Das Headset im Überblick | |
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Typ | Gaming-Headset mit Stereo-Sound |
Bezeichnung | SteelSeries Siberia 200 |
Preis | 79,99 EUR (UVP) |
Hersteller-Homepage | www.SteelSeries.de |
Frequenzrate | 10 Hz - 28 KHz |
Treibertyp | 2x 50 mm Neodymium |
Empfindlichkeit | 112 dB |
Verbindung | 3,5 mm Klinke (fest angebracht) |
Besonderheit | ausfahrbares Mikrofon |
Design und Verarbeitung
SteelSeries orientiert sich vom Aussehen her beim größeren Bruder, dem Siberia 350. Während viele Hersteller auf ein Design mit festem Kunststoff-Bügel und Polsterung darunter setzen, hat man sich beim Siberia 200 für zwei Streben aus Kunststoff als Bügel und eine flexible Kopfhalterung mit Kunstleder-Oberfläche entschieden. Während die Streben das Headset stabil zusammenhalten, ist die "Polsterung" sehr flexibel und passt sich dem Kopf an.
Das Siberia 200 kommt in verschiedenen Farbvarianten, für unseren Test haben wir das weiße Modell erhalten. Bis auf kleinere Details und die Ohrpolster, ist der komplette Kopfhörer in dieser Farbe, was schon Einiges hermacht. Das gesamte Headset ist ordentlich verarbeitet und weist keine Mängel oder Verarbeitungsfehler auf. Durch die beiden Kunststoffstreben ist es sehr beweglich und bricht nicht sofort, wie es bei Modellen mit festem Bügel oft der Fall ist. Ein weiterer Vorteil ist das relativ geringe Gewicht, denn je leichter ein Headset desto weniger spürt man es auf dem Kopf.
Durch die flexible Kopfhalterung, die sich automatisch anpasst, braucht man die Hörer nicht in Stufen einstellen wie es beispielsweise beim Logitech G633 der Fall ist. Allerdings kann man hier die Hörmuscheln nicht sonderlich gut bewegen oder zur Seite klappen, lediglich in vertikaler Richtung lassen sich die Hörer etwas anpassen.
Ein Mikrofon darf bei einem Headset natürlich auch nicht fehlen, hierfür hat man sich bei SteelSeries für eine ausfahrbare Variante entschieden. Das unidirektionale Mikro ist beweglich aber bleibt dennoch immer in Position. Die Polster sind mit Kunstleder überzogen und angenehm beim Tragen. Leider kann man sie nicht abnehmen oder austauschen. Die Rückseite der Hörmuscheln zeigt sich mit Meshgitter. Im Gegensatz zu den Ohrpolstern verzichtet man bei der Kopfhalterung auf eine richtige Polsterung mit Schaumstoff, stattdessen ist die Unterseite mit einem samtigen Stoff überzogen.
Als Anschlüsse bietet das Headset zwei 3,5 mm Klinkenstecker, damit kann das Headset ordnungsgemäß am Computer angeschlossen werden. Sollte mal nur ein Stecker zur Verfügung stehen wie es oft bei Notebooks und Smartphones der Fall ist, kann man auf den im Lieferumfang enthaltenen Adapter zurückgreifen.
Klangtest
Das Siberia 200 bietet in Sachen Klang ein ausgewogenes Spektrum. Die beiden 50mm großen Neodymium-Treiber sorgen für ein breites Klangbild mit viel Potenzial. Der Bass ist angenehm spürbar und nicht zu aufdringlich, etwas mehr Tiefgang wäre aber noch das i-Tüpfelchen gewesen. Während sich die Mitten etwas zurückhalten merkt man besonders in den hohen Tönen viele Details. Stimmen kommen so besonders gut zur Geltung, durch die etwa schwachen Mitten fehlt dem Sound allerdings etwas Kraft.
Bei den Spieletests wurden folgende Titel angespielt
- Battlefield 4
- ArmA 3
- World of Tanks
- Tom Clancy's: Rainbow 6 Siege
- Tom Clancy's: The Division
- GTA V
Durch die ausgeprägten Höhen kommen vor allem die Stimmen in Spielen gut zum Vorschein, auch das frühzeitige Erkennen von Gegnern in Shooter-Spielen ist mit dem Siberia 200 toll bemerkbar. Geht es mehr in Richtung Action, könnte das Headset etwas mehr Kraft im Tiefgang vertragen. Das Geschehen kommt beeindruckend rüber, etwas mehr "Wumms" würde uns persönlich dann doch noch fehlen.
Neben Games kann sich das Siberia 200 auch bei Musik und Film sehen lassen. Durch die angenehme Polsterung und das leichte Gewicht kann man das Headset auch einen (oder vielleicht zwei) Blockbuster aufbehalten ohne Druckstellen oder Ähnliches zu bekommen. Zum Testen haben wir verschiedenste Genres angespielt um so die Performance der Treiber zu überprüfen.
Besonders sanfte Klänge und Klassik kann das Siberia 200 gut, die hohen und mittleren Tonlagen bringt das Headset gut rüber. Auch elektronische Musik und Remixes mit viel Bass zeichnen die Treiber ohne Probleme ab. Durch einen Equalizer kann man den Bass noch etwas verstärken, dann ist der Klang etwas vollkommener. Auch bei Filmen sind besonders die Sprache hervorgehoben, kräftige Action-Szenen leiden etwas am fehlenden Tiefgang. Auch hier kann mit dem Equalizer nachgeholfen werden.
Durch den mitgelieferten Adapter kann man das Headset zudem wunderbar als Kopfhörer für das Smartphone für unterwegs benutzen. Durch das ausfahrbare Mikro und das schlichte Design fällt nicht direkt auf, dass es sich beim Siberia 200 eigentlich um ein vollwertiges Gaming-Headset handelt.
Sprachtest
SteelSeries setzt beim Siberia 200 auf ein ausfahrbares Mikrofon, welches sich in der Hörmuschel versteckt. Der schlanke Arm kann einfach ausgezogen werden und zudem noch flexibel angepasst werden. Trotz seiner Beweglichkeit bleibt der Arm an seiner Position. Das eigentliche Aufnahmegerät sitzt in einem kleinen rundlichen Chassis aus Kunststoff. Leider war die Aufnahme bei uns nicht so klar wie wir es vermutet hätten, auch kleinere Störgeräusche und ein Rauschen sind wahrnehmbar.
Die Sprachaufnahme wurde mit dem Standard Windows Audiorecorder durchgeführt und dann in eine MP3-Datei konvertiert. Die Datei ist unbearbeitet und sollte somit Aufschluss über die tatsächliche Sprachqualität des Mikrofons geben.
Demo Sprachfile |
Sprachfile SteelSeries Siberia 200 |
Um das Mikrofon besser vergleichen zu können, wurde von jedem bisher getesteten Gerät eine Aufnahme gemacht, diese Aufnahmen sind Anschließend aufgelistet.
Fazit
SteelSeries zeigt mit dem Siberia 200 ein klasse Stereo-Headset für Gamer, welches nicht nur ein leichtes Gewicht und einen guten Tragekomfort bietet, auch die Verarbeitung kann überzeugen. Trotz des schlichten Designs ist das Headset robust gebaut und fühlt sich qualitativ gut an. Angeschlossen wird es mit zwei Klinkensteckern - einer für das Mikrofon, einer für den Sound. Der Klang ist durchaus gut, hat aber besonders im unteren Frequenzbereich noch Potenzial. Der Bass ist vorhanden, die beiden 50 mm Treiber könnten aber noch mehr Kraft entfalten. Besonders in Action-Szenen in Filmen oder Shooter-Spielen wird das Geschehen dann viel intensiver wiedergegeben. Die Mitten und Höhen sind gut ausgeprägt und detailreich gestaltet. Das ausfahrbare Mikrofon ist einfach zu bedienen, könnte aber in der Aufnahmequalität besser sein. Ein Rauschen ist wahrnehmbar, zudem ist die Stimmaufnahme etwas leise.
Das SteelSeries Siberia 200 ist schon für unter 60 EUR zu haben und wird neben dem weißen Modell auch in schwarz, rot, grün, gelb oder violett angeboten. Für den normalen Gamer, der ein preiswertes sucht und auf Surround-Sound und eine Beleuchtung verzichten kann, ist das Siberia 200 eine gute Wahl. Wer es dann doch lieber mit etwas mehr Ausstattung haben möchte, der sollte sich mal das Corsair Void Surround ansehen.
SteelSeries Siberia 200 | ||
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+ toller Tragekomfort | - Bass könnte mehr Kraft vertragen |
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