Die Präsenz von KI-generierten Inhalten wird in Zukunft mit Sicherheit rapide ansteigen. Da verwundert es kaum, dass Electronic Arts, einer der großen Namen in der Gaming-Branche, nun ein Patent eingereicht hat, das ein System beschreibt, welches Variationen von unterschiedlichen Soundeffekten durch eine künstliche Intelligenz erstellen lässt.
Das Patent mit dem klangvollen Namen „Neural Synthesis of Sound Effects using Deep generative Models“ ist vermutlich nur der Anfang der KI-Revolution bei der Entwicklung von Computerspielen. Es machen auch schon erste Gerüchte die Runde, dass einige Studios bereits mit dem Gedanken spielen, die Synchronsprecher für NPCs durch eine KI zu ersetzten. Dies gilt natürlich auch für geschriebene Dialoge. Da im letzten Jahr eine gewaltige Kündigungswelle durch die Spieleindustrie speziell im Bereich der Entwicklung hinwegfegte, liegt die Vermutung nahe, dass die Technologie bereits weit fortgeschritten ist und in vielen Bereichen auf menschliche Arbeitskraft verzichtet werden kann.
Laut Patent soll die KI unter der Verwendung von maschinell erlernten Modellen verschiedene Soundeffekte im Spiel generieren und dann nach intern festgelegten Richtlinien entsprechend der Situation abspielen. Durch diese Methode erhoffen sich die Entwickler eine Ersparnis von Zeit und Ressourcen, da die Basiseffekte dann nicht mehr manuell angepasst werden müssen. Electronic Arts ist zudem davon überzeugt, dass die modernen Synthesizer in Bezug auf handgefertigte Soundeffekte deutlich bessere Ergebnisse erzielen.
Inwieweit sich die Präsenz neuartiger Ki-Lösungen in der Spielentwicklung auf die Qualität zukünftiger Veröffentlichungen auswirkt, bleibt abzuwarten. Die ersten kritischen Stimmen aus der Gamingszene befürchten einen Verlust an Immersion durch eventuell fälschlich erzeugte Inhalte. Aktuell ist die Fehlerquote bei durch KI erzeugten Inhalte deutlich zu hoch und besonders bei Textinhalten ist ein prüfendes menschliches Auge derzeit nicht wegzudenken. Trotz der erwähnten Kritikpunkte wird die Entwicklung von KI-Systemen wohl unaufhaltsam voranschreiten, da die Unternehmen natürlich durch den Wunsch nach Gewinnmaximierung jede Möglichkeit prüfen, um die Ausgaben zu minimieren und den Profit in die Höhe zu treiben. Der KI sind unmenschliche Arbeitsbedingungen und Überstunden nun mal völlig egal und den Fachleuten wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich mit den neuen künstlichen Arbeitskollegen anzufreunden und ein wachsames Auge auf deren Treiben zu haben.